Nachruf auf Harald Leber

Früherer Vorsitzender der Deutschen Sportjugend im Alter von 89 Jahren verstorben

Von 1992 bis 1996 war Harald Leber Vorsitzender der Deutschen Sportjugend. Diese Zeit war von verschiedenen Herausforderungen geprägt. Insbesondere der Mauerfall und die Wiedervereinigung hatten erhebliche Folgen für den gemeinnützigen, organisierten Kinder- und Jugendsport in Deutschland Diese waren u.a. damit verbunden, Unterstützung beim Aufbau neuer Strukturen in Ostdeutschland aufzubauen. Dieser Aufgabe widmete sich Harald Leber mit besonderem Nachdruck. Dazu passt vielleicht, dass er aus der Position des 2. Vorsitzenden heraus gerade bei der ersten Vollversammlung, die die dsj in Ostdeutschland (Schellerhau in Sachsen) durchgeführt hat, zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde.

Ein besonderes Anliegen waren ihm die Bundesjugendtreffen (die Vorläufer der späteren Jugendevents). Sein Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung des Bundesjugendtreffen 1991 in Ratzeburg, das in Kooperation vor allem mit der Deutschen Ruderjugend durchgeführt wurde, war auffallend. Er setzte sich u.a. auch dafür ein, dass beim ersten Event dieser Art an dem auch junge Sportler*innen aus den Neuen Ländern teilnahmen, die Teilnahmebeiträge entsprechend angepasst wurden.

Als Vorsitzender lag ihm auch daran, die Finanzierungsgrundlage der dsj auf eine breitere Grundlage zu stellen, etwas unabhängiger von öffentlichen Zuwendungen. Das Bundesjugendtreffen in Ratzeburg war ein gutes Beispiel für das Gelingen dieser Strategie.   

Wie sehr ihm das Format Bundesjugendtreffen am Herzen lag, wurde auch dadurch deutlich, dass er es sich nicht nehmen ließ, bei der Auswahl des Veranstaltungsortes für das Bundesjugendtreffen 1997 verschiedene Städte zu besuchen, die sich auf eine Ausschreibung der dsj hin - kommuniziert über die kommunalen Spitzenverbände – beworben hatten. Vielleicht passt es auch zu Harald Lebers besonderer Unterstützung für die Neuen Bundesländer, dass die Wahl des Veranstaltungsortes auf Dessau fiel, wo 1997 in Kooperation mit der SJ Sachsen-Anhalt das Treffen durchgeführt wurde.

Harald Leber war aber auch international aufgestellt. Sein besonderes Interesse galt hier dem deutsch-japanischen Simultanaustausch, den er förderte und zu dessen Weiterentwicklung er einen erheblichen Teil beigetragen hat. Er leitet die dsj-Delegation nach Japan in den Jahren 1990, 1991, 1993 und 1996. In diese Zeit fallen auch zwei Vertragsabschlüsse über die jeweilige Verlängerung der Zusammenarbeit der dsj und der Japanischen Sportjugend zur Durchführung der Simultanaustausche.

Zum Menschen Harald Leber, ausgestattet mit einem feinen Humor und einer gewissen Gelassenheit, passt vielleicht am besten der Satz von ihm: „Man könnte sich den ganzen Tag aufregen, aber man ist nicht verpflichtet dazu!“

Die Deutsche Sportjugend wird Harald Leber ein ehrendes Andenken bewahren.


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