Sportausschuss des Bundestages zur Unterstützung der deutschen Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele

Quelle: stock.adobe.com/Zamrznuti tonovi

Gemeinsam für Bewegung und Teilhabe junger Menschen

Der Ausschuss Sport und Ehrenamt des Deutschen Bundestag hat einem gemeinsamen Antrag von CDU/CSU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Olympische und Paralympische Sommerspiele – Volle Unterstützung einer deutschen Bewerbung“ zugestimmt. Der Antrag bestärkt die Unterstützung einer deutschen Bewerbung zur Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele und fordert die Bundesregierung auf, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen und auch zu finanzieren. Dieser geht aber insofern über das sportliche Großprojekt Olympische und Paralympische Spiele hinaus, als dass er hat auch eine kinder- und jugendpolitische Dimension hat.

Worum geht es in dem Beschluss? Mit der Annahme des Antrages betont der Sportausschuss, dass Deutschland seit über 50 Jahren keine Olympischen Sommerspiele mehr ausgerichtet hat und nun wieder „ins Rennen“ gehen sollte – nicht nur als Sportstandort, sondern mit dem Ziel der Stärkung von Gesellschaft und demokratischem Zusammenhalt. Die Bevölkerung solle dabei schon früh in den Bewerbungsprozess eingebunden und offen über Chancen, Kosten und Risiken gesprochen werden. 

Die jugend- und kinderpolitischen Dimensionen

Der gemeinsame Antrag von CDU/CSU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur Unterstützung der Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele greift kinder- und jugendpolitische Dimensionen auf. Aspekte wie demokratische Beteiligung und mehr Bewegung für junge Menschen sind Thema. Damit werden die zentralen Themen aufgegriffen, die von der Deutschen Sportjugend und ihren Mitgliedsorganisationen in den Diskurs eingebracht werden – mit den klaren Bezügen zur Lebenswelt junger Menschen, die eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele hat. Dazu gehört:

Demokratische Teilhabe stärken
Die Einbeziehung der Bevölkerung als Teil des Bewerbungsprozesses sowie der offene Dialog über Chancen und Risiken zeigen, dass politische Beteiligung nicht nur ein abstrakter Wert ist, sondern aktiv gelebt werden soll – auch und insbesondere für junge Menschen als zukünftige Gestalter*innen unserer Gesellschaft.

Bewegung und Sport als Chance nutzen
Der Antrag erkennt ausdrücklich an, dass Olympische und Paralympische Spiele junge Menschen für Bewegung begeistern und Impulse für körperliche Aktivität setzen können. Dabei geht es sowohl um Talententwicklung und Spitzensport als auch um Alltagsbewegung. “Programme wie tägliche Bewegungsangebote an Schulen oder niedrigschwellige Sportangebote in Vereinen, Gemeinden und im außerschulischen Bereich” werden herausgehoben. Für eine breite Glaubwürdigkeit des Bewerbungsprozess muss an diesen (Großbau)Stellen gearbeitet werden.

Barrierefreiheit und Inklusion voranbringen
Zentral ist im Antragstext auch die Gleichbehandlung der Paralympischen Spiele, verbunden mit dem Anspruch, Barrierefreiheit in der Infrastruktur voranzubringen. Das betrifft insbesondere junge Menschen mit Behinderungen, für die Teilhabe an Sport, Bewegung und gesellschaftlichen Ereignissen ein sichtbares Zeichen gelebter Inklusion ist.

Nachhaltige Nutzung von Sportstätten vorsehen
Ein weiterer jugendrelevanter Aspekt ist die Forderung, dass Sportstätten, die für sportliche Großereignisse modernisiert oder neu geschaffen werden, langfristig und für alle nutzbar bleiben. So entsteht für junge Menschen ein dauerhaftes Angebot an Orten für Bewegung, Spiel und Sport, nicht nur temporäre Event-Infrastruktur.

Der gemeinsamer Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD sowie der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen öffnet Perspektiven für Jugendverbände und Sportverbände zugleich. Er unterstreicht nämlich, dass sportpolitische Entscheidungen immer auch gesellschaftspolitische Bedeutung haben und Rahmenbedingungen betreffen, die junge Menschen aktiv gestalten und mitbestimmen sollen. Beteiligung, Teilhabe, Bewegungsförderung und Inklusion werden dabei nicht als Nebenprodukte großer Sportevents gesehen, sondern als Chancen, die gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen genutzt werden müssen.

 


Zurück