Die Deutsche Sportjugend (dsj) begrüßt den Beschluss der Sportministerkonferenz (SMK) auf Norderney zur „Initiierung eines Nationalen Aktionsplans zur Förderung des Kinder- und Jugendsports“, auch als wichtiges Signal für die Olympische und Paralympische Bewerbung Deutschlands.Sie wertet es zugleich als wichtiges Signal, dass die Förderung von Bewegung, Spiel und Sport für junge Menschen aktuell eine so hohe politische Aufmerksamkeit erfährt. Denn mehr Bewegung, bessere Rahmenbedingungen und eine starke sportliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sind zentrale Voraussetzungen, um Sport nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern.
Aktionsplan mit täglicher Bewegungsstunde, Schwimmfähigkeit, Beratung von Eltern, Motorik-Monitoring und Talenterkennung/-förderung
Die Sportministerkonferenz hat zunächst die Initiierung des Nationalen Aktionsplans beschlossen, der noch ausgearbeitet werden muss. Geplant sind unter anderem Eckpunkte wie mehr tägliche Bewegungszeit entsprechend der WHO-Empfehlungen, die Sicherstellung grundlegender Schwimmfähigkeit, eine stärkere Beratung von Eltern, ein verbessertes Monitoring der motorischen Entwicklung sowie eine systematische Talenterkennung und -förderung. Die Eckpunkte sollen im Rahmen der nächsten SMK weiter konkretisiert und diskutiert werden.
Andere Politikressorts wie Bildung, Gesundheit und Jugend einbeziehen
„Es ist ein starkes Zeichen, dass die Sportministerkonferenz den Kinder- und Jugendsport zu einem so prominenten Thema gemacht hat. Die benannten Handlungsfelder greifen zentrale Herausforderungen auf, die wir seit Jahren benennen“, erklärt Stefan Raid, Vorsitzender der dsj. „Jetzt kommt es darauf an, dass ein solch starker Beschluss auch zeitnah in die Umsetzung kommt. Wir müssen auch andere Sektoren wie Bildung, Gesundheit oder Jugendhilfe einbinden, denn allein aus dem Sport heraus lassen sich die Forderungen nicht realisieren. Dabei ist es wichtig, dass die Sportminister*innen die Kolleg*innen in den anderen Ressorts einbeziehen und unterstützen. Dem Aktionsplan müssen nun rasch Aktionen folgen.“
Die Sportminister*innen sprechen von einem „Bewegungsruck“, den es brauche, um Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden. Mit einem Nationalen Aktionsplan wollen sie erreichen, Sport und Bewegung bundesweit selbstverständlicher zu verankern und die Basis für Gesundheit, Teilhabe und zukünftige sportliche Spitzenleistungen zu stärken. Sie verknüpfen die Initiative auch mit dem Ziel, alles dafür zu tun, um der „Olympischen/Paralympischen Generation“ der heute 5- bis 15-Jährigen ein Aufwachsen in Sport und Gemeinschaft zu ermöglichen.
Bildungsministerkonferenz zentral für die Gestaltung von bewegtem Ganztag
Besonders wichtig ist aus Sicht der dsj eine stärkere Verzahnung mit bildungspolitischen Prozessen, insbesondere im Kontext der Bildungsministerkonferenz (BMK). Bewegungsförderung müsse als integraler Bestandteil von Bildung verstanden und strukturell abgesichert werden. „Der organisierte Sport erreicht Millionen Kinder und Jugendliche direkt vor Ort: in Vereinen, in Kooperationen mit Schulen und in vielfältigen Bewegungsangeboten“, betont Leon Ries, Vorstand Geschäftsführung der dsj. „Ohne diese Strukturen wird ein nachhaltiger Erfolg des Aktionsplans kaum möglich sein. Deshalb braucht es nicht nur politische Programme, sondern auch verlässliche Unterstützung für die bestehende Sportlandschaft.“
Die BMK tagt wieder Ende März 2026. Die dsj wird den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und ihre Expertise aktiv einbringen. Aus ihrer Sicht ist entscheidend, dass die geplanten Maßnahmen praxisnah umgesetzt und bestehende Strukturen des Kinder- und Jugendsports wirksam einbezogen werden.
Aktuelle SMK-Initiativen im Rahmen der Vorsitzschwerpunkte von Land Baden-Württemberg
Die aktuelle SMK-Initiative zum Aktionsplan Kinder und Jugendsport folgte auf den 2025er SMK-Beschluss zu den Handlungsempfehlungen der Kooperationsplattform Kinder- und Jugendsport „Sport und Bewegung für alle Kinder und Jugendlichen – Handlungsempfehlungen zum Ausbau niedrigschwelliger Sport- und Bewegungsangebote“.
Die Sportministerkonferenz hat zunächst die Initiierung des Nationalen Aktionsplans beschlossen, der noch ausgearbeitet werden muss. Geplant sind unter anderem Eckpunkte wie mehr tägliche Bewegungszeit entsprechend der WHO-Empfehlungen, die Sicherstellung grundlegender Schwimmfähigkeit, eine stärkere Beratung von Eltern, ein verbessertes Monitoring der motorischen Entwicklung sowie eine systematische Talenterkennung und -förderung. Die Eckpunkte sollen im Rahmen der nächsten SMK weiter konkretisiert und diskutiert werden.