DOSB und dsj blicken auf das erste Jahr im europäischen Projekt SAFE HARBOUR zurück, das geprägt war von enger partnerschaftlicher Zusammenarbeit, offenem Dialog und spürbaren Fortschritten zum Schutz vor interpersonaler Gewalt im europäischen Sport. Als Projektpartner*innen bringen sich der DOSB und die dsj seit Beginn aktiv im Projekt und der Entwicklung gemeinsamer Standards mit Ihrer Expertise ein – und profitierten zugleich von wertvollen Erkenntnissen, Netzwerken und praxisnahen Instrumenten für den organisierten Sport in Deutschland.
Seit dem Projektstart, der mit einem Auftakttreffen im Januar 2025 in Brüssel erfolgte, konnten zentrale Meilensteine erreicht werden. Dazu zählen unter anderem die Erarbeitung und Veröffentlichung des SAFE HARBOUR GAP-Report, der erstmals einen evidenzbasierten übergreifenden Überblick über bestehende Schutzmaßnahmen im europäischen organisierten Sport gibt und gleichzeitig strukturelle Lücken und Handlungsbedarfe benennt. Für den DOSB und dsj bietet dieser Bericht eine wichtige Grundlage, um nationale Schutzstrategien weiterzuentwickeln und im europäischen Kontext einzuordnen.
Darüber hinaus lebt das Projekt Safe Harbour insbesondere vom intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch und dem hohen Engagement der beteiligten Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Internationalen Spitzenverbänden und wissenschaftlichen Expert*innen. Die Beteiligung weiterer europäischer NOKs als Beobachter unterstreicht das wachsende gemeinsame Selbstverständnis der Olympischen Bewegung, Verantwortung für wirksamen Schutz im Sport zu übernehmen – ein Anliegen, das auch DOSB und dsj seit Jahren konsequent verfolgen.
Im Jahr 2026 wird im Projekt die Entwicklung weiterer Instrumente, wie bspw. einer Stakeholder-Datenbank sowie eines Klassifizierungstools zur qualitativen Einordnung von Fällen interpersonaler Gewalt, abgeschlossen. Darauf aufbauend liegt der Fokus auf der gemeinsamen Erarbeitung eines europäischen Reaktionsrahmens und die Weiterentwicklung nationaler Strategien. Für den DOSB und die dsj bieten sich damit die Möglichkeit die bereits vorhandenen eigenen Strategien und Erfahrungen einfließen zu lassen, europäische Standards aktiv mitzugestalten und die daraus entstehenden Synergien für den organisierten Sport in Deutschland zu nutzen und weiter zu stärken.
Mit Safe Harbour werden damit wichtige Grundlagen für das europäische und internationale Netzwerk für Safe Sport geschaffen. Das Projekt versteht sich nicht nur als zeitlich begrenzte Initiative, sondern als Bewegung – mit dem Ziel, Schutzprinzipien nachhaltig und wirksam auf allen Ebenen des europäischen Sports zu verankern. Der DOSB und die dsj leisten hierzu einen aktiven Beitrag und stärken zugleich ihre Rolle als verlässliche Partner*innen für sicheren und verantwortungsvollen Sport.
Hintergrund des Kooperationspartnerschaft
Das SAFE HARBOUR-Projekt ist eine Kooperationspartnerschaft, die vom Europäischen Olympischen Komitee (EOC) umgesetzt und im Rahmen des Erasmus+-Programms 2024 kofinanziert wird.
SAFE HARBOUR bringt ein renommiertes Konsortium zusammen, an dem internationale Verbände (Internationaler Biathlon-Verband, Internationaler Eishockeyverband) europäische NOKs (Belgien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Zypern, Tschechien, Dänemark, Deutschland, Ungarn, Kosovo, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Montenegro, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien), das IOC sowie Expert*innen und Wissenschaftler*innen des Thomas More und des Asser Institutes beteiligt sind.