Wohlbefinden und Spaß am Sport durch pädagogische Qualität von Trainer*innen fördern!

dsj stellt weiteres Trainer*innen-Coaching vor

Wie können Gesundheit, Spaß am Sport und psychosoziale Ressourcen im Kinder- und Jugendsport gefördert werden? Prof. Dr. Alfred Richartz (Uni Hamburg) und Dr. Kathrin Kohake (Uni Münster ) bieten mit dem Trainer*innen-Coaching und Multiplikator*innen-Training „Pädagogische Qualität im Kinder- und Jugendsport“ Antworten dazu. Das Programm beinhaltet mehrere Fortbildungstools, die aufeinander abgestimmt sind. Dabei werden inhaltliche Information, Best-Practice-Videoclips und der Bezug zur eigenen Trainingspraxis eng miteinander verzahnt. Unter „pädagogischer Qualität“ verstehen Richartz und Kohake, dass die Trainingspraxis den pädagogischen Werten der Gegenwart entspricht und gleichzeitig die drei wesentlichen Ziele verfolgt: 

  • Kinder und Jugendliche wollen und sollen im Training etwas Neues lernen, schon Gekonntes verbessern und sich körperlich steigern;  

  • Kinder und Jugendliche sollen im Training Spaß haben. Spaß im Sporttreiben ist ein Ziel an sich, aber es führt auch darüber hinaus: Es fördert die Motivation langfristig beim Sport zu bleiben sowie konzentriert und engagiert mitzumachen;  

  • Kinder und Jugendliche sollen sich in der Gruppe und mit den Trainerinnen und Trainern wohl und sicher fühlen, damit sie gern kommen. Damit bekommen sie gleichzeitig auch die Gelegenheit, ihre körperlichen und psychosozialen Potenziale im Sport auszuschöpfen.  

Die Lehr-Lern-Forschung zeigt eine Fülle von effektiven Verhaltensweisen für Trainer*innen, um die oben genannten Ziele zu erreichen. In diesem Programm wurden sie zu drei Bereichen zusammengefasst.  

  • Der erste große Bereich betrifft die „Emotionale Unterstützung“. Dazu gehören zum einen ein positives Klima, das gekennzeichnet ist durch viel Freude in der gemeinsamen Trainingsarbeit und auch die Feinfühligkeit, mit der Trainer*innen Blockaden bei den Kindern und Jugendlichen wahrnehmen und effektiv beseitigen. Zum anderen gehört zur emotionalen Unterstützung die Förderung von Eigenverantwortung der Kinder und Jugendlichen, das Eingehen auf ihre Perspektiven und Interessen. 

  • Der zweite großer Bereich der pädagogischen Qualität bezieht sich auf die effektive Leitung der Trainingsgruppe („Lerngruppenorganisation“). Klare Ziele und Abläufe, ein hohes Maß aktiver Trainingszeit, viel Tempo und wenig Ablenkung sind für eine effektive Leitung charakteristisch. 

  • Der dritte Bereich „Instruktionale Unterstützung“ bezieht sich auf das motorisch-taktische Lernen sowie auf das körperliche Training selbst. Dabei können z.B. angemessene Ziele und eine motivierende Auswahl von Methoden, die Klarheit der Vermittlung sowie die Qualität des Feedbacks unterstützend sein. 

Kohake und Richartz vermitteln mit ihrem Programm diese Verhaltensweisen sehr konkret und praxisnah über Videoclips. Aus den Evaluationen ihrer Trainer*innenfortbildungen wird deutlich, dass die gezielte Beobachtung von Videoclips eine große Hilfe für Trainer*innen sein kann. Das Ziel dabei ist nicht, Fehler von anderen zu finden, sondern qualitätsvolles Verhalten bei Trainer*innen wahrzunehmen. 

Das Modul ist bereits seit 2014 u. a. fester Bestandteil der Trainer*innen-B- und A-Ausbildung des Deutschen Turner-Bundes. Für die Fortbildung zur pädagogischen Trainingsqualität sind acht Lehreinheiten (a 45 Minuten) vorgesehen. In kürzeren Lehrsequenzen können ausgewählte Bausteine des Moduls bearbeitet werden.  

Am 1. März 2023 wird Kathrin Kohake online zur Verfügung stehen und einen Einblick in das Programm geben. Interessierte können sich ohne Anmeldung ganz einfach über ZOOM dazuschalten: 

Thema: Pädagogische Trainingsqualität  
Termin: 1.März 2023, 15 Uhr 
Ort: Zoom-Meeting (Meeting-ID: 874 9605 7385; Kenncode: 133097) 

Für Rückfragen steht Kathrin Kohake zur Verfügung. 


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