Eine Veranstaltung mit mehreren Personen an Stehtischen, die auf einer Bühne stehen. Im Hintergrund ein Banner mit dem Text „15 Jahre BFD“ und „Festakt und Fachtagung“. Die Anwesenden diskutieren, während eine Person spricht.

Quelle: dsj

„Demokratie lebt davon, dass Menschen freiwillig Verantwortung übernehmen.“

In 15 Jahren Bundesfreiwilligendienst engagierten sich über 650.000 Menschen

Mit einer Festveranstaltung und einer anschließenden Fachtagung hat das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) das 15-jährige Bestehen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) gewürdigt. Seit seiner Einführung am 1. Juli 2011 haben sich rund 650.000 Menschen bundesweit im BFD engagiert – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich, in der Integration, im Zivil- und Katastrophenschutz sowie im Sport.

Im Rahmen des Festakts hob Bundesministerin Karin Prien in ihrer Festrede die Bedeutung freiwilligen Engagements für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Demokratie hervor. Auch die Perspektive des Sports wurde in der Veranstaltung sichtbar: Dr. Jaana Eichhorn von der Deutschen Sportjugend (dsj) betonte auf dem Podium im Gespräch mit Bundesministerin Prien die besondere Bedeutung der Freiwilligendienste im Sport. Sie machte deutlich, dass Freiwilligendienste jungen Menschen wichtige Lern- und Erfahrungsräume eröffnen, Engagement stärken und Sportvereine als Orte demokratischer Teilhabe unterstützen.

Beim anschließenden Fachtag zur pädagogischen Begleitung im BFD war die dsj zudem mit einem Workshop beteiligt. In den Fachforen stand die Frage im Mittelpunkt, wie demokratisches Handeln in den Freiwilligendiensten pädagogisch begleitet und gefördert werden kann und wie Freiwillige im Umgang mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen gestärkt werden. Gerade vor dem Hintergrund der angekündigten Reformdebatten gewinnt diese fachliche Auseinandersetzung zusätzlich an Bedeutung.

Mit dem geplanten Bundesgesellschaftsdienstegesetz, das noch für 2026 angekündigt ist und voraussichtlich 2028 in Kraft treten soll, zeichnet sich ein weiterer zentraler Reformprozess ab. Vorgesehen ist, den Bundesfreiwilligendienst mit einem neuen Zivildienst zusammenzuführen und zugleich einen Beitrag zu einer resilienteren Gesellschaft zu leisten. Für die Freiwilligendienste können daraus neue Perspektiven entstehen, zugleich bleiben wichtige Fragen offen: etwa zur künftigen Rolle der bestehenden Dienste, zur Abgrenzung zwischen freiwilligen und möglichen verpflichtenden Formaten sowie zu den konkreten Rahmenbedingungen. Für Träger und der Zivilgesellschaft ist dabei zentral, dass die Jugendfreiwilligendienste nicht hinter den Bundesdiensten zurücktreten oder an eigenständiger Bedeutung verlieren.

Vor diesem Hintergrund setzt sich die Zivilgesellschaft für ein eigenes Freiwilligendienstestärkungsgesetz ein. Ziel ist es, die bestehenden Jugendfreiwilligendienste gezielt weiterzuentwickeln und ihre Qualität, Attraktivität und verlässliche Finanzierung zu sichern. Die Deutsche Sportjugend wird sich auch in den kommenden politischen Gesprächen und in der Öffentlichkeit dafür einsetzen. Dabei geht es auch darum, die Bedeutung der Freiwilligendienste im Sport für Engagement, Bildung, Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichtbar zu machen.


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