Mit dem Vorbereitungstreffen in Mainz ist die gemeinsame Reise zum dsj academy camp Dakar 2026 gestartet. Die Teilnehmenden lernten sich kennen, beschäftigten sich mit der Kultur und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Senegal und stimmten sich auf die bevorstehende Reise zu den Olympischen Jugendspielen ein. Im Gespräch erzählen Hannah Echelmeyer und Hendrik Ringe, warum sie sich für das academy camp beworben haben, welche Erwartungen sie mit der Reise verbinden und welche Gedanken sie aus dem Vorbereitungstreffen mitnehmen.
Internationale Begegnung und neue Perspektiven
Die Verbindung von Sport, internationalem Austausch und ehrenamtlichem Engagement war für beide Teilnehmenden ein wichtiger Grund für ihre Bewerbung.
Hannah konnte bereits im Rahmen eines Praktikums bei der dsj Einblicke in das Jugendlager Paris 2024 sammeln und die besondere Atmosphäre rund um die Olympischen Spiele erleben. Die Reise nach Dakar sieht sie als Möglichkeit, diese Erfahrungen weiterzuführen und gleichzeitig neue Perspektiven kennenzulernen. „Die Stimmung, die Wettkämpfe und das internationale Zusammenkommen von Menschen haben mich sehr begeistert. Deshalb würde ich gerne erneut Teil eines solchen einzigartigen Erlebnisses sein, insbesondere in einem afrikanischen Land, das nochmal eine ganz neue Perspektive öffnet.“
Auch Hendrik wurde durch ehemalige Teilnehmende auf das academy camp aufmerksam und sieht darin eine besondere Möglichkeit, über den eigenen sportlichen Tellerrand hinauszuschauen. „Darüber hinaus fasziniert mich die Verbindung von internationalem Jugendaustausch, sportlicher Leidenschaft und gesellschaftlichem Engagement, die in diesem Camp zusammenkommt. Es bietet mir die spannende Möglichkeit, über den Tellerrand meines eigenen Sports zu schauen und das erste olympische Event auf dem afrikanischen Kontinent mitzuerleben.“
Erwartungen an Dakar
Mit der Reise verbinden beide die Hoffnung, neue Menschen kennenzulernen, kulturelle Erfahrungen zu sammeln und Impulse für ihr eigenes Engagement mitzunehmen.
Hendrik freut sich besonders auf die Begegnungen vor Ort: „Ich erwarte eine intensive und inspirierende Zeit – sowohl mit den anderen Teilnehmenden aus Deutschland als auch mit den Menschen, die wir vor Ort im Senegal treffen werden. Außerdem erhoffe ich mir Einblicke in die lokale Kultur und einen spannenden Austausch mit jungen Menschen aus dem Senegal. Langfristig erhoffe ich mir für meine sonstige ehrenamtliche Arbeit vielfältige Impulse und eine Erweiterung meines Horizonts.“
Auch für Hannah steht der interkulturelle Austausch im Mittelpunkt: „Ich möchte neue Ideen sammeln, meinen Horizont erweitern, um somit meine Motivation an andere junge Menschen weitergeben zu können. Vor allem der internationale Austausch liegt mir am Herzen, da ich selber viele wertvolle Erfahrungen bei Auslandsaufenthalten, Jugendbegegnungen, und meiner Arbeit im deutsch-französischen Kontext machen konnte.“
Lernen, reflektieren und Perspektiven austauschen
Beim Vorbereitungstreffen erhielten die Teilnehmenden erste Einblicke in die senegalesische Kultur und konnten sich mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Perspektiven auseinandersetzen. Besonders die Berichte von Fara, dem Leitungsteamer des dsj academy camps, über seine Heimatstadt Dakar sorgten für neue Eindrücke.
Hannah nahm insbesondere die Gespräche über gesellschaftliche Rollenbilder mit: „Generell das Leben und die Kultur vor Ort, als Fara von seiner Heimatstadt erzählt hat. Besonders interessant war es, als er von der Rolle der Frau im Senegal erzählt hat und dass beide Geschlechter meist „gleichgestellt“ sind, so wie die Senegalesen es auslegen, und es aber eine ganz andere Dimension als in Deutschland hat.“
Auch Hendrik blickt auf das Vorbereitungstreffen als wichtige Phase der Auseinandersetzung zurück. Neben der Vorfreude auf die Gruppe und die Reise beschäftigten ihn auch gesellschaftliche Unterschiede und die Frage, wie mit diesen im internationalen Austausch umgegangen werden kann. „Im Vorbereitungstreffen haben wir auch über gesellschaftliche Unterschiede und die Rahmenbedingungen vor Ort gesprochen. Dabei nehmen wir wahr, dass bestimmte Regelungen und Wertevorstellungen für uns nur schwer mit den eigenen Überzeugungen vereinbar sind, wie beispielsweise, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen verboten sind und homosexuelle Handlungen nach senegalesischem Recht strafbar sind. Gleichzeitig gehen wir mit Offenheit und Respekt in den Austausch und möchten unsere eigenen Werte wie Vielfalt und Toleranz auch während der Reise in den Senegal vertreten.“
Der internationale Austausch im Rahmen des dsj academy camps bedeutet damit auch, unterschiedliche gesellschaftliche Realitäten kennenzulernen, diese kritisch zu reflektieren und gemeinsam Wege für einen respektvollen Umgang miteinander zu finden.
Vorfreude auf Dakar
Neben den vielfältigen Eindrücken aus dem Vorbereitungstreffen wächst die Vorfreude auf die Reise. Die Teilnehmenden erwarten spannende Begegnungen, sportliche Höhepunkte und die Möglichkeit, die Olympische Idee im internationalen Kontext zu erleben.
„Ich freue mich sehr auf die Kultur (Trommel, Tanz und Essen) und das Land und darauf mit den Menschen vor Ort in den Austausch zu gehen. Ich freue mich auf die Wettkämpfe und darauf, das olympische Flair und Team D, sowie alle anderen Sportler*innen anzufeuern.“, sagt Hannah.
Das dsj academy camp findet seit 2010 parallel zu den Olympischen Jugendspielen statt. Es richtet sich an junge Ehrenamtliche zwischen 18 und 26 Jahren und stärkt ihr Engagement durch internationale Begegnungen, Bildungsangebote und den Austausch zu aktuellen Themen aus Sport und Gesellschaft.