Vier Kinder sitzen auf dem Boden in einem hellen Raum mit großen Fenstern. Sie haben die Arme erhoben und lächeln. Die Kinder tragen bequeme Kleidung in verschiedenen Farben und scheinen Freude zu haben.

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DOSB und dsj begrüßen geplante Einführung der U10 Vorsorgeuntersuchung

Neue Vorsorgeuntersuchung schließt Versorgungslücke und stärkt die Bedeutung von Bewegung

Für Kinder im Alter zwischen 9 und 10 Jahren wird es künftig eine neue Vorsorgeuntersuchung geben. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entschieden und gleichzeitig die Inhalte der neuen U10 Vorsorgeuntersuchung festgelegt. Der Fokus liegt u.a. auf den Themen Übergewicht und körperliche Aktivität und damit auf Bereichen, die unmittelbar den Sport miteinschließen.

Der DOSB und die Deutsche Sportjugend (dsj) begrüßen die geplante Einführung der neuen, verpflichtenden U10 deshalb ausdrücklich. Mit der zusätzlichen Vorsorgeuntersuchung soll die große Lücke zwischen der U9 (um den 5. Geburtstag) und der Jugenduntersuchung J1 (zwischen 13-14 Jahren) geschlossen werden. Aus Sicht des organisierten Sports ist dies ein wichtiger Schritt, um die Gesundheitsförderung und Prävention im Kindesalter frühzeitig und ganzheitlich in den Blick zu nehmen.

Das Alter von 9 bis 10 Jahren bietet zahlreiche Möglichkeiten, um Bewegung selbstverständlich in den Alltag zu integrieren und Kinder für regelmäßigen Sport im Verein zu begeistern. Entscheidend ist in diesem prägenden Alter vor allem, dass Kinder Freude an Bewegung entwickeln und unterschiedliche Möglichkeiten kennenlernen, aktiv zu sein – egal ob auf dem Schulweg, beim Spielen oder im Verein.

Im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen können Eltern und Kindern durch ärztliche Bewegungsempfehlungen die Bedeutung von Sport und Bewegung effektiv und glaubhaft vermittelt werden. Besonders befürworten der DOSB und die dsj deshalb, dass körperliche Aktivität ausdrücklich Bestandteil der U10 sein soll. Regelmäßige Bewegung und Sport sind ein zentraler Bestandteil für ein gesundes Aufwachsen. Sie fördern die körperliche und motorische Entwicklung, stärken das psychische Wohlbefinden und können dazu beitragen, gesundheitlichen Problemen wie Übergewicht und Bewegungsmangel frühzeitig entgegenzuwirken. Wer bereits im Kindesalter Freude an Bewegung entwickelt, legt zudem wichtige Grundlagen für einen aktiven Lebensstil im Erwachsenenalter. Bereits heute sind mehr als 70 Prozent der Kinder im Alter zwischen 7-14 Jahren in Deutschland Mitglied in einem Sportverein, wobei Jungs deutlich häufiger den Weg dorthin finden als Mädchen. Gleichzeitig erreichen aber nur 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen die Mindestempfehlungen für körperliche Aktivität der Weltgesundheitsorganisation.

„Die Jahre im Grundschulalter sind eine wichtige Phase für die gesundheitliche und persönliche Entwicklung von Kindern“, betont Julian Lagemann, Vorstandsmitglied der dsj. „Hier können gute Gewohnheiten entstehen, die sich langfristig auf das Gesundheitsverhalten auswirken und die Freude an Bewegung, Spiel und Sport nachhaltig fördern. Deshalb ist es wichtig, Kinder und ihre Eltern mit der U10 in dieser Phase gezielt zu unterstützen und ihnen Lust auf Bewegung und Sport zu machen.“

Ein besonderer Vorteil der U10 liegt in ihrer großen Reichweite: Mit den etablierten U-Untersuchungen werden mehr als 95 Prozent der Kinder und Jugendlichen erreicht. Die neue verpflichtende Untersuchung bietet damit eine hervorragende Möglichkeit, sehr viele Kinder in einer wichtigen Phase des Aufwachsens und ihre Familien für die Bedeutung von Bewegung und Sport zu sensibilisieren und konkrete Impulse für einen aktiven Alltag zu geben.

Die zusätzliche Vorsorgeuntersuchung zwischen 9 und 10 Jahren bietet eine große Chance, Prävention und Gesundheitsförderung frühzeitig zu stärken und über die hohe Reichweite der U-Untersuchungen sehr viele Kinder und Familien für Bewegung zu gewinnen. Investitionen in Bewegung und Prävention tragen langfristig dazu bei, Krankheiten zu vermeiden und damit auch das Gesundheitssystem zu entlasten. Die U10 ist dafür ein wichtiger erster Schritt, jedoch sollte dazu gleichzeitig die ärztliche Bewegungsberatung standardisiert und abrechnungsfähig gestärkt werden.

Ärztliche Bewegungsberatung weiter stärken
Damit aus der Beratung in der Arztpraxis mehr Bewegung und Sport im Alltag entsteht, muss die ärztliche Bewegungsberatung aus Sicht von DOSB und dsj insgesamt weiterentwickelt werden. Dazu gehören insbesondere eine strukturierte und qualitätsgesicherte Beratung sowie eine entsprechende Abrechnungsfähigkeit. Der organisierte Sport stellt mit dem „Rezept für Bewegung“, der Eltern-Info „Bewegung und Sport für Kinder“ sowie der digitalen Bewegungslandkarte bereits Instrumente zur Verfügung, die Ärzt*innen dabei unterstützen können, Familien auf passende Sport- und Bewegungsangebote in ihrer Nähe aufmerksam zu machen. Für eine Weiterentwicklung der Angebote und eine darüberhinausgehende Zusammenarbeit steht der organsierte Sport bereit. 


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