Bewegung ist ein zentraler Baustein für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Die dsj setzt sich darum für eine bewegungsfreundliche Kindheit und Jugend für alle ein, denn Bewegung stärkt motorische Fähigkeiten, fördert soziale und emotionale Kompetenzen und unterstützt kognitive Lernprozesse. Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen, dass sich viele junge Menschen zu wenig bewegen. Umso wichtiger ist ein gemeinsames, abgestimmtes Handeln aller relevanten Akteur*innen.
Mit den Handlungsempfehlungen „Sport und Bewegung für alle Kinder und Jugendlichen“ haben die Sportministerkonferenz der Länder und die Deutsche Sportjugend (dsj) im Jahr 2025 eine Grundlage geschaffen, um niedrigschwellige Bewegungsangebote und Bewegungsförderung in allen Lebensbereichen systematisch auszubauen. Erarbeitet wurden sie von der Kooperationsplattform „Kinder- und Jugendsport“, in der Vertreter*innen aus Sport, Bildung, Gesundheit, Jugendhilfe und Kommunen ressortübergreifend zusammenarbeiteten. Ziel ist es, gemeinsam Strategien für eine bewegungsfreundliche Kindheit und Jugend zu entwickeln und vorhandene Expertise zu bündeln.
Die Newsletter-Serie stellt die fünf zentralen Handlungsfelder der Empfehlungen vor.
- 1/5 Bewegungsförderung in Kindertageseinrichtungen ausbauen
- 2/5 Ausreichend Sport- und Bewegungsangebote in der Schule sichern
- 3/5 Tägliche Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote im Ganztag verankern
- 4/5 Offene Sportarrangements für Kinder und Jugendliche ausbauen
- 5/5 Bewegungsfreundliche Lebenswelten schaffen
Teil 4/5: Offene Sportarrangements für Kinder und Jugendliche ausbauen
Neben Kita, Schule und Ganztag brauchen Kinder und Jugendliche frei zugängliche Räume, die sie selbstbestimmt nutzen können. Offene Sport- und Bewegungsangebote schaffen Möglichkeiten für spontane Aktivität, soziale Begegnung und niedrigschwellige Teilhabe – unabhängig von Vereinszugehörigkeit, Leistungsorientierung oder festen Zeiten.
Eine wichtige Grundlage dafür sind bewegungsfreundlich gestaltete öffentliche Räume. Parks, Spielplätze, Schulhöfe und Freiflächen sollten sicher, attraktiv und frei zugänglich nutzbar sein. Solche Orte ermöglichen Bewegung im unmittelbaren Lebensumfeld und schaffen Räume, in denen Kinder und Jugendliche eigenständig aktiv werden können.
Besonders wichtig sind dabei Angebote und Bewegungsformen, die selbstorganisiert genutzt werden können. Viele junge Menschen wünschen sich flexible Orte für freien Sport und informelle Bewegung und Begegnung. Streetball-Plätze, Pumptracks, Skateranlagen oder Calisthenics-Parks bieten Möglichkeiten, Bewegung individuell zu gestalten und gemeinsam mit anderen aktiv zu sein. Solche Angebote greifen aktuelle Bewegungsinteressen auf und stärken eigenverantwortliche Bewegungsaktivitäten.
Ergänzend können mobile und quartiersbezogene Angebote Zugangsbarrieren senken und neue Zielgruppen erreichen. Mobile Teams, Sportboxen oder temporäre Bewegungsaktionen schaffen niedrigschwellige Begegnungsmöglichkeiten direkt im Sozialraum und eröffnen insbesondere dort neue Zugänge, wo bisher nur wenige Bewegungsangebote vorhanden sind.
Damit offene Sportarrangements langfristig wirksam werden können, braucht es eine enge Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene. Jugendhilfe, Sportorganisationen, Bildungseinrichtungen und Städte beziehungsweise Gemeinden sollten gemeinsam Verantwortung übernehmen und Bewegungsräume abgestimmt planen und weiterentwickeln.
Von zentraler Bedeutung ist dabei die Beteiligung junger Menschen selbst. Kinder und Jugendliche sollen aktiv in die Planung, Gestaltung und Weiterentwicklung von Bewegungsräumen und Angeboten einbezogen werden. Ihre Perspektiven, Interessen und Bedürfnisse müssen handlungsleitend sein, damit Angebote entstehen, die tatsächlich genutzt werden und langfristig wirksam sind.
Im letzten Teil der Serie steht im Fokus, wie bewegungsfreundliche Lebenswelten geschaffen und nachhaltig gestaltet werden können.