Die Sportminister*innenkonferenz (SMK) hat Eckpunkte für einen Nationalen Aktionsplan zur Förderung des Kinder- und Jugendsports (und zugehörige Anlage) beschlossen. Die dsj begrüßt den ressortübergreifend angelegten Vorstoß und die Verbindung mit einer deutschen Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. Entscheidend ist nun, aus dem strategischen Rahmen verbindliche und finanzierte Maßnahmen zu entwickeln.
Mit den Eckpunkten zu einem Nationalen Aktionsplan zur Förderung des Kinder- und Jugendsports soll die Stärkung von Bewegung, Spiel und Sport in einem breiten politischen Zusammenhang betrachtet werden. Der Beschluss nimmt fünf Handlungsfelder in den Blick:
- tägliche Bewegung,
- grundlegende Schwimmfähigkeit,
- Beratung von Eltern und Erziehungsberechtigten,
- ein verbessertes Monitoring der motorischen Entwicklung sowie
- Talenterkennung und Talententwicklung.
Zugleich werden Teilhabe, Schutz, Personal, Räume, Gesundheit und Kooperation als übergreifende Grundlagen benannt.
Aus Sicht der Deutschen Sportjugend ist entscheidend, dass der Aktionsplan nicht allein als Aufgabe der Sportpolitik verstanden wird. Ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen hängt von vielen Faktoren ab und kann nur gelingen, wenn Bildung, Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheit, Kommunen und der organisierte Sport gemeinsam Verantwortung übernehmen. Es braucht bessere Rahmenbedingungen für Bewegung und Sport im Alltag: von mehr Bewegung im Alltag, erreichbaren und inklusiven Sportangebote, sicheren Räume, besserer Schwimmfähigkeit bis hin zu guten Entwicklungswege vom ersten Sporterlebnis bis zum Leistungssport.
„Es ist gut, dass die Sportminister*innenkonferenz erstmals Eckpunkte für einen Nationalen Aktionsplan für den Kinder- und Jugendsport beschlossen hat. Ich wünsche mir für den Kinder- und Jugendsport, dass jetzt alle beteiligten Bereiche, die eben nicht Sport sind, Beiträge leisten, die die Rahmenbedingungen für ein bewegtes Aufwachsen verbessern. Allein aus der Sportpolitik und den Sportorganisationen heraus werden wir das nicht schaffen“, erklärt Stefan Raid, Vorsitzender der Deutschen Sportjugend.
Mit dem Beschluss ist jedoch noch nicht der fertige Aktionsplan verabschiedet. Die Eckpunkte bilden zunächst den strategischen Rahmen für seine weitere Erarbeitung.
Für die dsj kommt es deshalb in der nächsten Phase darauf an, dass
- Verantwortung konkret übernommen wird: Für die einzelnen Ziele müssen klare Zuständigkeiten, verbindliche Zeitziele und konkrete Maßnahmen festgelegt werden. Nur so wird aus einer gemeinsamen Zielbeschreibung ein wirksamer Aktionsplan.
- Maßnahmen mit den notwendigen Ressourcen hinterlegt werden: Neue oder zusätzliche Aufgaben können nicht allein von bestehenden Strukturen und bereits ausgelastetem Personal übernommen werden. Wo der Aktionsplan neue Leistungen vorsieht, müssen dafür auch die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen bereitgestellt werden.
- Kinder und Jugendliche beteiligt werden: Diejenigen, deren Alltag mit dem Aktionsplan verbessert werden soll, müssen an seiner weiteren Ausgestaltung beteiligt werden. Ihre Perspektiven und Erfahrungen sollten systematisch in die Entwicklung und Umsetzung der Maßnahmen einfließen.
- Verbesserungen bundesweit ankommen: Der Aktionsplan muss konkrete Veränderungen im Alltag von Kindern und Jugendlichen bewirken, unabhängig davon, in welchem Bundesland, welcher Kommune oder sozialen Lage sie leben und unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben. Dafür braucht es Maßnahmen, die bundesweit Wirkung entfalten und zugleich unterschiedliche regionale Voraussetzungen berücksichtigen.
Stefan Raid hat an der Sitzung der Sportminister*innen der Länder teilgenommen und wurde dort feierlich verabschiedet, da er bei der Vollversammlung der Deutschen Sportjugend am 24./25. Oktober 2026 nicht mehr für den Vorstand kandidiert.
Die dsj wird den weiteren Prozess aktiv begleiten und sich mit ihrer Expertise in die Ausgestaltung des Nationalen Aktionsplans einbringen. Maßstab bleibt dabei, ob der Aktionsplan den Alltag von Kindern und Jugendlichen tatsächlich verbessert, unabhängig von sozialer Lage, Wohnort oder Behinderung.