Jugendperspektive in den Bewertungsfragen zur Olympiabewerbung fest verankert

Quelle: DOJL/Philipp Wohlfart

dsj begrüßt den Fragenkatalog zur Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele

In der vergangenen Woche haben die vier nationalen Bewerber Berlin, Hamburg, KölnRheinRuhr und München den Fragenkatalog zur finalen Konzeptbewertung ihrer Bewerbungen um Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland erhalten. Bis Anfang Juli haben sie nun Zeit, ihre Konzepte zu finalisieren und beim DOSB einzureichen.

Die Deutsche Sportjugend (dsj) begrüßt den gemeinsam vom DOSB, dem Bundeskanzleramt und Expert*innen aus den Mitgliedsorganisationen und Institutionen erarbeiteten Katalog. Besonders positiv bewertet sie, dass zentrale Themenfelder aufgegriffen wurden, die für junge Menschen von großer Bedeutung sind und weit über den organisierten Sport hinausreichen.

„Dass die Perspektiven und Interessen junger Menschen in mehreren Kategorien des Bewertungskatalogs nun substanziell verankert sind, sehen wir als wichtigen Schritt im Bewerbungsprozess“, erklärt Luca Wernert, Vorstandsmitglied der dsj.

Für die dsj ist entscheidend, dass es nicht allein um sportliche und organisatorische Machbarkeit geht, sondern auch um die Frage, wie eine mögliche Ausrichtung der Spiele die Lebenswelt junger Menschen nachhaltig positiv beeinflussen kann. Eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele muss daher mehr sein als ein sportliches Großprojekt: Sie soll Chancen für Bildung, Bewegung, Teilhabe und Engagement eröffnen und junge Menschen aktiv einbeziehen.

Für die finale Entscheidungsstufe wurden fünf Kategorien einer transparenten Bewertungssystematik definiert: Internationale Wettbewerbsfähigkeit & nationale Akzeptanz, sportfachliche & operative Eignung, Vision & Legacy, Kosten & Finanzierung sowie infrastrukturelle Sonderprojekte.

In der Arbeitsgruppe Vision & Legacy wirken unter anderem Luca Wernert als Vertreter der dsj sowie Lilli Oesten (Gewichtheberjugend) und Christin Wunderlich (Sportjugend Sachsen-Anhalt) für die Jugendverbände im Sport mit.

Dort werden jugendrelevante Fragestellungen als qualitativer Prüfungspunkt berücksichtigt, beispielsweise im Hinblick auf die Teilhabe junger Menschen am Erlebnis der Spiele, ihren Zugang zu Angeboten des organisierten Sports sowie mögliche Impulse für den Einstieg in eine leistungssportliche Karriere. Zugleich wird in allen weiteren Kategorien geprüft, inwieweit die Perspektive junger Menschen einbezogen wird.

So wird etwa in der Kategorie „Internationale Wettbewerbsfähigkeit und nationale Akzeptanz“ geprüft, wie unterschiedliche Stakeholdergruppen in der Bewerbung berücksichtigt und langfristig in das Verfahren eingebunden werden können. In der Kategorie „Kosten und Finanzierung“ wird zudem die geplante Nachnutzung der Projekte der Stadtentwicklung thematisiert. Beide Fragen sind ohne die Berücksichtigung der Bedarfe von Kindern und Jugendlichen wohl kaum sinnvoll zu beantworten. 

Die dsj hat sich bereits mit einer eigenen Resolution zur Bewerbung Deutschlands für Olympische und Paralympische Spiele positioniert und fordert, die Interessen sowie die Mitwirkung junger Menschen in jeder Phase des Entscheidungsprozesses verbindlich zu verankern.


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