Eine Gruppe von Kindern spielt in einem hellen Raum. Ein Junge krabbelt unter einer hölzernen Spielstruktur hindurch, während andere Kinder in der Nähe stehen und zuschauen. Einige Kinder lachen und haben Spaß.

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Motorische Entwicklung und Bewegungsförderung in Kitas stärken!

Deutsche Sportjugend nimmt Stellung zum neuen KiTa-Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz

Die Deutsche Sportjugend (dsj) hat eine Stellungnahme zum Referentenentwurf des Kita-Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetzes (SCQEG) an das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend übermittelt. Sie begrüßt das Ziel, die Qualität der Kindertagesbetreuung weiterzuentwickeln und Bildungschancen frühzeitig zu stärken. Gleichzeitig sieht sie Nachbesserungsbedarf in der verbindlichen Verankerung von Bewegung, Spiel und Sport.

Bewegung ist ein Grundbedürfnis von Kindern und ein Schlüssel für gesundes Aufwachsen. Deshalb darf die motorische Entwicklung nicht auf später verschoben werden. Wenn sie im Gesetz ausdrücklich als zentraler Entwicklungsbereich anerkannt wird, muss sich das auch von Anfang an verbindlich in der Qualitätsentwicklung der Kindertagesbetreuung widerspiegeln.

Die dsj begrüßt ausdrücklich, dass der Gesetzentwurf die motorische Entwicklung neben Sprache, Selbstregulation und mathematischen Fähigkeiten als zentralen Entwicklungsbereich benennt. Bewegung, Spiel und Sport leisten einen wichtigen Beitrag zur körperlichen, sprachlichen, kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung von Kindern und fördern unter anderem Selbstwirksamkeit, Konzentration und Selbstregulation.

Motorische Entwicklung von Anfang an berücksichtigen
Kritisch bewertet die dsj die vorgesehene Übergangsregelung: Bis zum 31. Dezember 2031 sollen sich die verbindlichen Verpflichtungen zunächst ausschließlich auf die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder beziehen. Damit würde die verbindliche Berücksichtigung der motorischen Entwicklung um mehrere Jahre verschoben.

Die dsj fordert deshalb, die motorische Entwicklung von Anfang an gleichrangig mit den anderen zentralen Entwicklungsbereichen zu berücksichtigen und die vorgesehenen zeitlichen Einschränkungen zu streichen. Mindestens braucht es eine deutliche Verkürzung der Übergangsregelung sowie einen verbindlichen stufenweisen Aufbau notwendiger Verfahren, Fachkompetenzen und Förderstrukturen.

Bewegung gehört in den Kita-Alltag
Bewegungsförderung darf dabei nicht erst einsetzen, wenn bei einem Kind ein Entwicklungsbedarf festgestellt wird. Bewegung, Spiel und körperliche Aktivität müssen selbstverständlicher Bestandteil des Kita-Alltags sein und allen Kindern offenstehen.

Dafür braucht es unter anderem geeignete Räume und Materialien, verlässliche Bewegungsmöglichkeiten, bewegungspädagogische Konzepte und entsprechend qualifizierte Fachkräfte. Gerade für Kinder in herausfordernden Lebenslagen können bewegungsfördernde Kitas einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancen- und Bildungsgerechtigkeit leisten.

Die dsj fordert daher, wirksame Qualitätskriterien für Bewegungsförderung verbindlich in der Qualitätsentwicklung von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege zu verankern.

Gemeinnütziger Kinder- und Jugendsport als Partner
Auch der gemeinnützige Kinder- und Jugendsport kann die Kindertagesbetreuung dabei unterstützen. Sportvereine, Sportjugenden und weitere Partner im Sozialraum bringen vielfältige Erfahrungen und Kompetenzen in der Bewegungsförderung ein – beispielsweise durch Qualifizierung, Fachberatung, Bewegungsangebote und sozialräumliche Vernetzung (siehe dazu auch Kitas in Bewegung).

Dabei gilt: Kooperationen mit dem Sport können die pädagogische Arbeit der Kindertagesbetreuung ergänzen und stärken, sie aber nicht ersetzen. Bewegungsförderung muss im Alltag der Einrichtungen verankert sein und allen Kindern zugutekommen.

Die dsj wird sich weiter dafür einsetzen, die motorische Entwicklung verbindlich zu stärken und gute Rahmenbedingungen für eine bewegungsfördernde Kindertagesbetreuung zu schaffen. Denn Bewegung, Spiel und Sport sind kein zusätzliches Angebot. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil frühkindlicher Bildung, gesunden Aufwachsens und gelingender Teilhabe – für alle Kinder und von Anfang an.


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