Vier Jugendliche stehen um einen Tisch im Freien und diskutieren. Sie tragen Sportkleidung und schauen auf ein Blatt Papier. Auf dem Tisch stehen zwei Wasserflaschen. Im Hintergrund sind Gebäude und Bäume sichtbar.

Quelle: LSB NRW/Andrea Bowinkelmann

Neues aus den Freiwilligendiensten im Sport

Politik im Dialog und Qualität im Fokus

Junge Menschen wollen sich engagieren. Damit sie im Sport Verantwortung übernehmen und Neues lernen können, brauchen sie gute Bedingungen. Dafür setzt sich die Deutsche Sportjugend (dsj) in der Debatte um einen Gesellschaftsdienst, im politischen Austausch und bei der Weiterentwicklung der Freiwilligendienste im Sport ein.

Gesellschaftsdienst: Reform braucht Rückenwind für FSJ und BFD
Die von der Bundesregierung angekündigten Pläne für einen neuen Gesellschaftsdienst versprechen attraktivere finanzielle Bedingungen und einen gesicherten Zugang für alle Interessierten. Zugleich sollen Voraussetzungen für einen möglichen neuen Zivildienst geschaffen werden. Eine allgemeine Dienstpflicht ist nach den bisherigen Ankündigungen nicht vorgesehen. Wie der Gesellschaftsdienst konkret ausgestaltet wird, bleibt abzuwarten.

Für die dsj ist klar: Neue Modelle dürfen nicht zulasten bewährter Freiwilligendienste gehen. Deshalb braucht es ein begleitendes Freiwilligendienste-Stärkungsgesetz, das insbesondere die Jugendfreiwilligendienste verlässlich absichert. Dazu gehören ein Ausbau, eine verbesserte und dauerhafte Finanzierung, eine auskömmliche Förderung der pädagogischen Begleitung sowie ein höheres Taschengeld und kostenfreie Mobilität. Entscheidend bleibt: Freiwilligendienste sind Bildungs- und Orientierungsdienste. Sie eröffnen jungen Menschen Raum, sich auszuprobieren, mitzugestalten und persönlich weiterzuentwickeln. Die dsj trägt die Forderungen aus der Zivilgesellschaft ausdrücklich mit.

Austausch mit Elisabeth Kaiser: Engagement braucht verlässliche Finanzierung
Die Bedeutung der Freiwilligendienste wurde auch beim Gespräch der dsj und ostdeutscher Landessportjugenden mit der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, am 15. Oktober 2026 wiederholt thematisiert. Die Sportjugenden machten deutlich, wie wichtig die Dienste für den Kinder- und Jugendsport vor Ort sind und wo finanzielle Hürden bestehen. Die auslaufende Kofinanzierung durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und schwer zu stemmende Eigenanteile stellen insbesondere kleine Vereine vor Herausforderungen. Eine verlässliche Mitfinanzierung durch die Länder ist deshalb ein wichtiger Baustein, um Einsatzplätze langfristig zu sichern.

AG Freiwilligendienste: Schutz stärken, Austausch fördern
Politische Rahmenbedingungen und praktische Qualitätsentwicklung standen auch auf der Tagesordnung der AG Freiwilligendienste im Sport am 15. und 16. Oktober 2026 in Frankfurt am Main. Neben der Bewerbungsentwicklung, der DOSB-Ausbildungsreform und dem Einsatz im Ganztag bildeten Schutzkonzepte für Einsatzstellen einen Schwerpunkt. Ziel ist, Vereine als sichere Lern- und Engagementorte zu stärken und die besonderen Belange der Freiwilligen in ihren Schutzkonzepten zu berücksichtigen.

Die AG bereitete außerdem das Forum der Freiwilligendienste im Sport am 13. April 2027 in der Sportschule Oberhaching bei München vor. Als Teil der Jahrestagung vom 12. bis 14. April bringt es Jugendleitungen, Teamleitungen, pädagogische Fachkräfte, Freiwillige und Einsatzstellen zusammen, um die Zukunft der Freiwilligendienste im Sport gemeinsam auszugestalten.


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