Die Entwicklung gemeinsamer europäischer Standards zum Schutz vor Gewalt und Grenzverletzungen im Sport stand im Mittelpunkt des dritten Präsenztreffens des EU-Projekts SAFE HARBOUR. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Sportjugend (dsj) richteten gemeinsam mit dem Europäischen Olympischen Komitee (EOC) am 29. und 30. Juni das Halbzeittreffen mit rund 50 Vertreter*innen europäischer Nationaler Olympischer Komitees und internationaler Sportverbände sowie dem Internationalen Olympischen Komitee und Wissenschaftler*innen des Thomas Moore und des Asser Institutes im Frankfurter Haus des Sports aus.
Das Treffen markierte einen wichtigen Meilenstein des bis Juni 2027 laufenden EU-Projekts. Zur Halbzeit der Projektlaufzeit diskutierten die Partner nicht nur die bisherigen Ergebnisse, sondern arbeiteten insbesondere an den nächsten Schritten für eine stärkere europäische Zusammenarbeit im Bereich Safe Sport.
Im Fokus stand die Entwicklung gemeinsamer europäischer Standards für den Umgang mit Meldungen und Beschwerden sowie die Erarbeitung eines gemeinsamen europäischen Verständnisses und Bekenntnisses zu Safe Sport. Damit adressiert das Projekt eine zentrale Herausforderung des europäischen Sports: den Aufbau verlässlicher und vergleichbarer Schutzstrukturen über nationale Grenzen hinweg.
„Der Schutz von Sportler*innen und verlässliche Strukturen im Umgang mit Meldungen sind für den organisierten Sport von zentraler Bedeutung“, betonte DOSB-Vorständin Sportentwicklung Michaela Röhrbein. „Das Projekt SAFE HARBOUR setzt genau hier an: Es stärkt die europäische Zusammenarbeit und trägt dazu bei, Unterstützungssysteme im Sinne der Betroffenen nachhaltig und europaweit zu verbessern.”
Mit dem Frankfurter Treffen wurde einmal mehr deutlich, welche Bedeutung das Thema Safe Sport für die Zukunft des organisierten Sports in Europa hat. Durch die enge Zusammenarbeit von Verbänden, Wissenschaft und Praxis leistet das Projekt SAFE HARBOUR einen wichtigen Beitrag dazu, den Sport langfristig sicherer, integrativer und verantwortungsvoller zu gestalten. Der DOSB und die dsj unterstreichen mit der Ausrichtung des Treffens ihre aktive Rolle innerhalb des Projekts und ihr Engagement für den Schutz vor Gewalt auf allen Ebenen des organisierten Sports in Deutschland.
Die Bedeutung des Projekts reicht dabei weit über einzelne nationale Initiativen hinaus. Während in Deutschland mit dem Zukunftsplan Safe Sport und dem Safe Sport Code bereits wichtige Grundlagen für den Schutz vor interpersonaler Gewalt und Grenzverletzungen geschaffen wurden, bietet SAFE HARBOUR die Möglichkeit, diese Entwicklungen in einen europäischen Kontext einzubetten und gemeinsame Standards voranzutreiben.
Dass ein europaweiter Ansatz notwendig ist, zeigte auch der intensive Austausch zwischen den teilnehmenden Organisationen. Trotz unterschiedlicher Ausgangslagen und Herausforderungen in den einzelnen Ländern wurde deutlich, dass nachhaltige Schutzstrukturen nur durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit entstehen können.
„Nur durch die enge europäische Zusammenarbeit, wie wir sie im Projekt SAFE HARBOUR erleben, können wir nachhaltige Strukturen in Europa schaffen und gemeinsam wirksam handeln. Insbesondere aus der Brille des Kinder- und Jugendsports, in dem sich jedes 2. Kind in Deutschland bewegt, müssen gute Schutzstrukturen selbstverständlich sein“, resümierte Leon Ries, DOSB-Vorstand Jugendsport und Vorstandsmitglied Geschäftsführung der Deutsche Sportjugend, während des Projekttreffens.
Mit SAFE HARBOUR entwickelt der europäische Sport damit nicht nur gemeinsame Antworten auf aktuelle Herausforderungen, sondern setzt zugleich ein deutliches Signal für mehr Verantwortung, Sicherheit und Vertrauen im organisierten Sport in Europa. Mehr Informationen zum EU-Projekt SAFE HARBOUR sind auf der Projekt-Website zu finden.