Schenderlein: „Demokratische Haltung im Sport braucht Sichtbarkeit und finanzielle Unterstützung“

Quelle: Juliane Sonntag/Photothek.de

Veranstaltung „Sport mit starker Stimme!“ setzt Zeichen gegen Extremismus und Menschenfeindlichkeit im Sport

Demokratie verteidigen, Haltung zeigen, Vielfalt stärken: Mit deutlichen Botschaften und starken Stimmen aus Sport, Politik und Wissenschaft fand am Dienstagabend, 19. Mai 2026, in Berlin die Veranstaltung „Sport mit starker Stimme!“ statt. Veranstaltet wurde das Format der Deutschen Sportjugend (dsj) und des Bundeskanzleramts sowie unter Beteiligung des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) im Rahmen des „Bundes-/Präventionsprogramms gegen Extremismus und Menschenfeindlichkeit im Sport“. Dieses wurde 2023 als ein erstmals auf die Spezifika des Sports zugeschnittenes Förderprogramm durch die Bundesregierung eingerichtet und ist in ganz Deutschland stark nachgefragt.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde außerdem der Vereinspreis „Sport mit Haltung“ an Sportvereine verliehen, die sich besonders für demokratische Werte im Sport einsetzen.

Zu der Veranstaltung und der Preisverleihung erklärt die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Dr. Christiane Schenderlein: „Sport ist mehr als Spiel. Er fördert demokratische Werte, stärkt das Miteinander und wirkt gezielt gegen extremistische Tendenzen in unserer Gesellschaft. Genau hier setzt unser „Bundesprogramm gegen Extremismus und Menschenfeindlichkeit im Sport“ an. Und das mit großem Erfolg: Verbände und Vereine positionieren sich mit zahlreichen Projekten aktiv gegen antidemokratische Entwicklungen. Junge Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen, für unsere Werte einzustehen und Zivilcourage zu zeigen.

Die Bereitschaft, Haltung zu zeigen, ist bei unseren Sportlerinnen und Sportlern riesengroß. Doch sie braucht Sichtbarkeit, finanzielle Unterstützung und politische Rückendeckung. Seit 2023 stellen wir pro Jahr eine Million Euro für das Bundesprogramm zur Verfügung und konnten bisher mehr als 150 Vorhaben fördern. Wir unterstützen alle, die Haltung zeigen wollen. Sport ist kein isolierter Raum. Ich setze mich deshalb für eine Verstetigung des Programms auch über die aktuelle Legislatur hinaus ein. Die drei Vereine, die wir heute mit dem Vereinspreis „Sport mit Haltung“ auszeichnen, haben diese Werte bereits jetzt in besonderer Weise vorgelebt. Ich möchte mich bei den Verantwortlichen stellvertretend für alle Engagierten in diesem Land für Ihren Einsatz für die Demokratie bedanken.“

Benny Folkmann, Vorstandsmitglied der Deutschen Sportjugend, sagt dazu: „Der organisierte Sport erreicht Millionen Menschen in Deutschland – insbesondere auch junge Menschen. Diese Reichweite bringt Verantwortung mit sich und die übernehmen wir – insbesondere in Zeiten einer zunehmenden Spaltung unserer Gesellschaft! Am Montag haben wir uns als dsj und DOSB erneut mit einer starken Positionierung sowie einem entsprechenden Maßnahmenkatalog gegen menschenverachtende und antidemokratische Haltungen, Handlungen und Akteure ausgesprochen. Heute bringen wir diese Positionierung weiter in die Praxis: für ein respektvolles, faires und offenes Miteinander und einen Sport mit Haltung!“.

Einen eindringlichen Appell setzte Otto Addo, ehemaliger Bundesliga-Profi, Fußballtrainer und Präsident der Initiative „ROOTS – Against Racism in Sports“. In seinem Impulsvortrag „Haltung zeigen – Sport als starke Stimme der Demokratie“ machte er deutlich, wie wichtig klare Positionierungen gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und menschenfeindliche Ideologien im Sport sind. Dass Sportvereine nicht nur Orte des Wettkampfs, sondern auch der Demokratie sind, wurde auch in der abschließenden Podiumsdiskussion deutlich. Gemeinsam diskutierten Dr. Christiane Schenderlein, Prof. Dr. Ulrike Burrmann von der Humboldt-Universität zu Berlin, FAZ-Sportkorrespondent Christian Kamp, der Spitzensportler Leo Köpp sowie die Sportpsychologin Elisa Lierhaus über die Potentiale des Sports für eine stabile Demokratie und darüber, wie Vereine und Verbände demokratische Kultur aktiv fördern können.

An die Abendveranstaltung schließt sich ein Workshoptag zum Praxistransfer für Vereine und Verbände aus ganz Deutschland an. Dieser steht ganz im Zeichen der Vermittlung der im Bundesprogramm gewonnenen sportpraktischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse an Akteure aus Sportvereinen und -verbänden. Die Deutsche Sportjugend und das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp), die das Förderprogramm des Bundes umsetzen, bieten für rund 80 Teilnehmende Workshops zur Prävention und Bekämpfung von Extremismus, Rassismus und Antisemitismus sowie zur Demokratiebildung im Sport an. Gemeinsam wird diskutiert, wie Sportorganisationen demokratiestärkend wirken und widerstandsfähiger gegen demokratiefeindliche Einstellungen und Handlungen werden können.

Mit der zweitägigen Veranstaltung setzen die Beteiligten ein deutliches Zeichen dafür, dass Sport weit mehr ist als Wettkampf und Bewegung: Er ist ein zentraler gesellschaftlicher Raum für Demokratie, Teilhabe und Zusammenhalt.


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