Während der dreitägigen Fachtagung Internationale Jugendarbeit der Deutschen Sportjugend vom 8. bis 10. Juni in Frankfurt am Main drehte sich alles um das Schwerpunktthema "Schutz vor Gewalt in der Internationalen Jugendarbeit im Sport“.
Durch das seit 1. Juli 2025 geltende Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen (UBSKM-Gesetz) haben sich Änderungen hinsichtlich der Fördervoraussetzungen im Rahmen der Förderung aus dem Kinder- und Jugendplan ergeben. Für die Antragsteller*innen von Internationalen Jugendbegegnungen bedeutet das, dass eine Förderung künftig nur erfolgen kann, wenn die beantragenden Verbände und Vereine ein Schutzkonzept vorhalten.
Ziel der diesjährigen Fachtagung war daher, Mitgliedsorganisationen für die besonderen Rahmenbedingungen im internationalen Kontext zu sensibilisieren und weitere Unterstützungsbedarfe für Beratungsanfragen aus ihren jeweiligen Untergliederungen zu identifizieren, um somit auch direkt zur Qualitätsverbesserung von Internationalen Jugendbegegnungen beizutragen.
Internationale Begegnungen schaffen wertvolle Räume für interkulturelles Lernen, persönliche Entwicklung und grenzüberschreitende Freundschaften und können junge Menschen nachhaltig stärken. Träger und Fachkräfte tragen hierbei eine besondere Verantwortung dafür, dass alle Teilnehmenden vor Gewalt, Grenzverletzungen und Diskriminierung geschützt werden.
Damit dies gelingt, müssen Schutz, Beteiligung und Wohlbefinden aller Teilnehmenden von Anfang an mitgedacht werden. Ein konsequenter Schutz vor Gewalt ist daher nicht nur eine rechtliche oder organisatorische Aufgabe, sondern Ausdruck einer qualitativ hochwertigen und verantwortungsvollen internationalen Jugendarbeit.
Zusammen mit Referentin Angelina Bänsch von transfer e.V. konnten die Teilnehmenden dabei vor allem mehr über die besonderen Rahmenbedingungen bei internationalen Jugendbegegnungen erfahren. Im Vergleich zu nationalen Angeboten bringen internationale Jugendbegegnungen einige spezifische Herausforderungen mit sich. Sprachliche Barrieren können es erschweren, Bedürfnisse, Unsicherheiten oder Beschwerden zu äußern. Gleichzeitig treffen unterschiedliche kulturelle Vorstellungen von Nähe und Distanz, Autorität, Geschlechterrollen oder Konfliktverhalten aufeinander. Auch organisatorische Faktoren wie Übernachtungen in Gemeinschaftsunterkünften oder Gastfamilien erfordern eine besondere Aufmerksamkeit für den Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Ein wirksamer Schutz vor Gewalt beginnt lange vor der eigentlichen Begegnung mit der Entwicklung eines Schutzkonzeptes. Fachkräfte stehen vor der Aufgabe, gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen ein gemeinsames Verständnis von Schutzstandards zu entwickeln. Was in einem Land als angemessenes Verhalten gilt, kann in einem anderen Kontext anders bewertet werden. Deshalb sind klare Absprachen und transparente Regeln unverzichtbar. Besonders wichtig ist dabei, dass Schutzmaßnahmen nicht erst im Krisenfall greifen. Prävention bedeutet, Strukturen zu schaffen, die Risiken minimieren und Beteiligung fördern.
Neben dem inhaltlichen Schwerpunkt hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, die Internationale Jugendarbeit der dsj besser kennenzulernen und sich über aktuelle Themen aus den Fachbereichen zu informieren.
Um das Netzwerk der Mitgliedsorganisationen für die Internationale Jugendarbeit zu stärken, wurden in verschiedenen Formaten Möglichkeiten und Räume zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch geschaffen, die von den Teilnehmenden gut genutzt wurden und die viele Anregungen für die weitere Arbeit im Themenfeld mitgenommen haben.