Ein Namensschild mit der Aufschrift "Y7 Youth Summit" hängt an einem Kleidungsstück. Im Hintergrund sind Teilnehmer an einem Tisch zu sehen, mit Laptops und einem Schild, das "Germany" zeigt.

Quelle: Privat

(Sport-)Jugend gestaltet internationale Politik

Ein Erfahrungsbericht zweier Delegierter von den Y7 und Y20 Jugendgipfeln

Du fragst dich gerade auch, was der Sport und die Deutsche Sportjugend mit internationaler Politik zu tun haben? Dann bleib dran! Mit dem Y7 und Y20 Gipfel gibt es genau solche Formate, in denen junge Menschen ihre Perspektiven direkt in die politischen Prozesse der G7 und G20 einbringen können. Als offizielle Jugendgipfel der G7 und G20 bringen sie junge Delegierte aus den teilnehmenden Ländern zusammen, um gemeinsame politische Empfehlungen zu entwickeln und diese in die jeweiligen Gipfel einzubringen. Und in diesen Prozess auf deutscher Seite ist auch die Deutsche Sportjugend involviert und kann aus ihren Strukturen Personen für die Delegationen benennen.

2026 hatten wir, Ben Aichele (Deutsche Leichtathletik-Jugend) und Jannik Kiesel (Deutsche Schachjugend), die Möglichkeit, Deutschland in diesen beiden Formaten zu vertreten: Ben beim Y7 in Paris und Jannik beim Y20 in Washington, D.C. In diesem Erfahrungsbericht möchten wir unsere Eindrücke teilen und zeigen, warum solche Formate auch für junge Menschen aus dem Sport relevant sind.

Rückblick Y7 – Paris (Ben)
Rund einen Monat vor dem G7-Gipfel in Évian-les-Bains hat vom 18. bis 21. Mai 2026 der Y7 Gipfel in Paris stattgefunden. Dort habe ich im Track “Global Upheavals” die deutsche Jugendposition vertreten. Es ging insbesondere um Fragen der Regulierung von technologischer Innovation im globalen Raum, die gezielte Bekämpfung und Prävention von Misinformation und Desinformation sowie der Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure in den offiziellen G7-Formaten.

Die Gespräche mit den Delegierten anderer Länder fand ich dabei besonders spannend. In Deutschland haben wir sehr gut organisierte zivilgesellschaftliche Strukturen, insbesondere auch im Sport. Die Sportvereine und -verbände bilden mit ihrer heterogenen Struktur ein riesiges Potenzial für Partizipation und Mitbestimmung junger Menschen von der lokalen Ebene bis auf die internationalen Bühnen. Das ist in vielen anderen Ländern anders geregelt und wir sollten diese starke Ausgangsposition in Deutschland als Privileg und Auftrag zugleich verstehen. Die Ergebnisse des Gipfels durften wir in der Deutschen Botschaft in Paris sowie beim Sherpastab der Bundesregierung präsentieren.

Rückblick Y20 – Washington, D.C. (Jannik)
Vom 10. bis 14. August 2026 fand der Y20 Summit in Washington, D.C. statt. Ich durfte Deutschland im Themenbereich „Innovation and Digital Transformation“ vertreten. Dabei beschäftigten wir uns unter anderem mit digitaler Bildung und Zugang, künstlicher Intelligenz, digitalem Wohlbefinden sowie sicheren digitalen Räumen für Kinder und Jugendliche. Besonders spannend war dabei der eigentliche Verhandlungsprozess. Delegierte aus unterschiedlichen Ländern bringen sehr verschiedene Perspektiven und Prioritäten mit. Unser Ziel war es, daraus gemeinsame Empfehlungen zu entwickeln, denen am Ende alle Delegierten zustimmen konnten. Das Ergebnis war das Y20 Communiqué, das unsere gemeinsamen politischen Empfehlungen enthält.

Am letzten Tag hatten wir außerdem die Möglichkeit, die Ergebnisse an die Deutsche Botschaft in Washington, D.C. zu übergeben. Von dort aus und durch weitere Gespräche zwischen den Y20-Delegierten mit dem Sherpastab der Bundesregierung werden die Empfehlungen in den weiteren Prozess rund um den G20-Gipfel im Dezember in Miami eingebracht. Der Y20 bietet damit die Möglichkeit, die Stimmen von jungen Menschen anzuhören und ihre Perspektiven in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.

Was hat das mit dem Sport zu tun?
Für uns ist klar: Es braucht mehr junge Menschen aus den Strukturen des Sports bei Y7 und Y20. Viele Themen der internationalen Jugendpolitik betreffen den Sport unmittelbar. Digitalisierung und künstliche Intelligenz verändern auch die Arbeit von Vereinen und Verbänden. Fragen von Bildung, mentaler Gesundheit, Inklusion, Teilhabe und sicheren Räumen für Kinder und Jugendliche spielen im Sport eine zentrale Rolle. Gleichzeitig bringt der Sport eine wichtige Perspektive in solche Prozesse ein. Millionen junge Menschen engagieren sich in Sportvereinen und übernehmen Verantwortung im Ehrenamt. Sie wissen, wie Beteiligung, Gemeinschaft und gesellschaftliches Engagement praktisch funktionieren.

Deshalb sollten junge Menschen aus dem Sport die Möglichkeit nutzen, ihre Erfahrungen auch in internationale Jugendprozesse einzubringen – und die gewonnenen Erfahrungen anschließend wieder in ihre Vereine und Verbände zurücktragen.

Das Deutsche Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit (DNK) entsendet Delegierte aus drei Säulen: Dem Ring politischer Jugenden, dem Bundesjugendring und der Deutschen Sportjugend, der Säule mit den meisten Mitgliedern. Wenn ihr nächstes Jahr beim Y7 oder Y20 dabei sein wollt, dann abonniert die Kanäle des DNK (@dnk_germany) oder tragt euch in die Mailingliste ein.

Unser Fazit
Y7 und Y20 haben uns gezeigt, dass Jugendbeteiligung dann besonders wirkungsvoll ist, wenn junge Menschen nicht nur angehört werden, sondern selbst mitverhandeln und konkrete Empfehlungen entwickeln können. Die Verhandlungen sind vorbei – die Arbeit geht weiter. Jetzt gilt es, die Perspektiven junger Menschen weiter in die Politik zu tragen. Und dafür braucht es auch die Stimmen des Sports. 


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