Tagebucheinträge aus Cortina

Quelle: DOJL/Philipp Wohlfart

Isabelle Schneeweis und Leonard Schiller berichten von der zweiten Woche des Olympischen Jugendlagers

Das große Finale ist vorbei: Gestern endete das Deutsche Olympische Jugendlager (DOJL) Milano Cortina 2026, das vom 4. bis 19. Februar 40 Jugendliche zu den Olympischen Winterspielen nach Norditalien führte. Auf die Zeit in der lombardischen Metropole folgten ereignisreiche Tage im verschneiten Südtirol. Isabelle Schneeweis, Basketballerin aus Nordrhein-Westfalen, und Leonard Schiller, Handballer aus Sachsen-Anhalt, blicken zurück auf kurvige Busfahrten, spannende Wettkämpfe und intensive Workshops.

Tag 7 (11. Februar)
Nach einer ereignisreichen Woche in der Millionenstadt ging es per Bus ins beschauliche Brixen – klein, aber fein und mit großartigem Bergpanorama. Bei einem Spaziergang lernten wir den Ort kennen, bevor wir in einer „Speeddating-Runde“ mit dem Bürgermeister, Vertreter*innen des Südtiroler Sports sowie der früheren Biathletin Karin Oberhofer ins Gespräch kamen. Als erfolgreiche Athletin gab sie uns wertvolle Einblicke und persönliche Tipps. Ein gelungener und herzlicher Empfang.

Tag 8 (12. Februar)
Der Tag begann sportlich: Drei Wettkampfgruppen machten sich auf den Weg zum Rodeln und Curling nach Cortina sowie zum Skilanglauf nach Tesero. Bei bestem Wetter verfolgten wir die Skilangläuferinnen, bei denen die Schwedinnen um Frida Karlsson dominierten, und tauschten fleißig Pins.

In unserer Unterkunft ließen wir den Abend bei Livestream und Gesellschaftsspielen ausklingen. Die beiden Gruppen in Cortina genossen unterdessen die besondere Atmosphäre im Deutschen Haus und kehrten erst später zurück – zufrieden und voller Eindrücke.

Tag 9 (13. Februar)
Ein Off-Day durfte nicht fehlen: Bis zum Nachmittag blieb Zeit, um Brixen weiter zu erkunden oder Schlaf nachzuholen. Anschließend unternahmen wir mit einem lokalen Bergführer eine Wanderung über knapp tausend Höhenmeter – mit atemberaubendem Ausblick. Ziel war ein südtirolisches Gasthaus mit regionaler Küche: köstliche Knödel als wohlverdiente Belohnung.

Tag 10 (14. Februar)
Der Samstag begann mit einem Workshop von dsj-Vorstandsmitglied Leandra Götz zum Frankfurter Modell, einem Leitfaden zur Engagementförderung. In Gruppen entwickelten wir eigene Projektideen entlang der verschiedenen Modellphasen.

Vom Flipchart ging es dann an die Piste und Schanze. Isabelle verfolgte den Biathlon-Sprint der Frauen in Antholz und feuerte Team D um Franziska Preuß an. Ich schaute das Skispringen der Männer in Predazzo und traf zufällig Tom Bartels, Julia Taubitz und Pius Paschke zu kurzen Gesprächen. Ein Fun Fact: Tom Bartels griff unser DOJL später in der Live-Übertragung der Sportschau auf.

Tag 11 (15. Februar)
Unser ereignisreicher Tag begann mit einem Besuch der Adi-Hütte. Dort trafen wir die beiden Olympiasiegerinnen Lena Schöneborn (Moderner Fünfkampf) und Miriam Welte (Bahnradsport). Der Austausch war ehrlich, reflektiert und inspirierend – insbesondere als es um ihren Übergang ins Berufsleben ging.

Im Anschluss ging es für mich zum Curling, bevor wir ins Deutsche Haus fuhren. Hier sprachen wir mit Vertreter*innen des Landes Hessen, darunter Sportministerin Diana Stolz, die Sportbeauftragte Ann Kathrin Linsenhoff und Abteilungsleiter Sport Jens-Uwe Münker – neue Kontakte, spannende Gespräche und eine energiegeladene Atmosphäre inklusive.

Leos Gruppe traf währenddessen Bob-Anschieber Oliver Peschk für ein persönliches Gespräch und erlebte den deutschen Gewinn der Bronzemedaille im Skeleton. Auch kulinarisch war das „Home of Team D“ ein Highlight. Das Essen war herausragend, der Kaiserschmarrn legendär.

Tag 12 (16. Februar)
Ein fordernder und bereichernder Workshoptag. Das deutsche Seelsorgeteam sprach mit uns über mentale Stärke, persönliche Krisen und die emotionale Seite sportlicher Erfolge. Die Geschichten von Olympiapfarrer Thomas Weber und Sportseelsorgerin Elisabeth Keilmann waren bewegend, ehrlich und überraschend zugleich.

Im zweiten Teil entwarfen wir gemeinsam mit den dsj-Vorstandsvorsitzenden Stefan Raid und Kiki Hasenpusch Ideen für mögliche Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland. Wir diskutierten Positionen und formulierten konkrete Forderungen. Es war motivierend zu merken, dass unsere Perspektiven ernst genommen werden.

Am Abend sprachen wir mit Dagmar Wiese aus dem Leitungsteam über mentale Gesundheit. Begriffe wurden geklärt, kleine Experimente ausprobiert, Erfahrungen geteilt. Der Tag endete mit einer progressiven Muskelentspannung – ein ruhiger und verbindender Abschluss!

Tag 13 (17. Februar)
Bereits um 06:20 Uhr ging es für einen Teil von uns nach Predazzo zur Nordischen Kombination – früh, aber lohnenswert! Der Wettkampf war dynamisch und packend, gerade die Verbindung der Disziplinen macht diesen Sport so besonders.

Parallel besuchte eine andere Gruppe Antholz. Dort trafen sie sechs Mitglieder des Ausschusses für Sport und Ehrenamt um Aydan Özoğuz. In Gesprächsrunden stellten sie unsere Forderungen für Spiele in Deutschland vor. In der anschließenden Biathlon-Staffel der Männer reichte es für Team D knapp nicht für eine Medaille – Platz vier. Doch unsere Stimmung blieb blendend.

Tag 14 (18. Februar)
Am Morgen ging es mit Zug und Seilbahn nach Oberbozen: Kaiserwetter, weite Ausblicke, dieses typische Berggefühl. Danach folgte eine Wanderung zum Wolfsgrubner See mit gemütlichem Mittagessen, ehe wir auf dem gefrorenen Wasser Eishockey spielten, Eiskunstlauf-Elemente ausprobierten und uns Wettrennen lieferten. Ein Highlight – kalt, lebendig, einfach unvergesslich!

Anschließend ging es ins Museion, ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. Dort trafen wir den südtirolischen Landrat für Sport, Peter Brunner, und schauten uns eine Sammlung von Olympischen Fackeln an.

Der Abschlussabend im Hostel war dann emotional und feierlich zugleich. Mit gemeinsamem Rückblick, vielen persönlichen Momenten und einer Stimmung zwischen Freude, Stolz und Wehmut. Natürlich durfte Karaoke nicht fehlen!

Tag 15 und Abreise (19. Februar)
Am letzten Tag stand die Rückreise nach München an. Der Abschied fiel spürbar schwer, weil wir in kurzer Zeit so viele intensive Momente geteilt haben und eng zusammengewachsen sind. Gleichzeitig wuchs die Vorfreude auf Zuhause, das eigene Bett und ein bisschen Ruhe.

Weitere Informationen sowie zahlreiche Eindrücke vom Deutschen Olympischen Jugendlager (DOJL) Milano Cortina 2026 gibt es auf der Website und auf dem offiziellen Instagram-Kanal.


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