Eine Diskussionsrunde auf einer Bühne mit mehreren Personen. Ein Mann spricht ins Mikrofon, während die anderen Teilnehmer aufmerksam zuhören. Der Hintergrund ist blau beleuchtet, und die Zuschauer sind unscharf im Vordergrund zu sehen.

Quelle: dsj

„Übergänge weiterdenken“ 

Ganztagskongress 2026

Beim diesjährigen Ganztagskongress des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) drehte sich alles um das Thema „Übergänge weiterdenken“. Vor dem Hintergrund des schrittweise in Kraft tretenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsförderung ab dem 1. August 2026 diskutierten Vertreter*innen aus Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft am 22. und 23. Juni 2026 in Berlin über die Rahmenbedingungen für einen qualitativ hochwertigen Ganztag.

Auch die dsj beteiligte sich mit einem gemeinsamen Fachforum mit der Regionalen Entwicklungsagentur für kommunales Bildungsmanagement Hessen (REAB Hessen) am Kongress. Im digitalen Forum „Brücken statt Brüche: Übergänge im Ganztag mit Bewegung, Spiel und Sport sozialräumlich gestalten“ wurde über die Rolle des Sports im Ganztag diskutiert.

Die Perspektive des organisierten Kinder- und Jugendsports brachten Prof. Dr. Nils Neuber, Uni Münster, Julian Lagemann, Vorstandsmitglied der dsj und Dr. Harald Seehausen, SG Bornheim Grün-Weiss e.V., ein. Dabei wurde deutlich: Sportvereine sind Brückenbauer. Sie verbinden Schule, Freizeit, Familie und Sozialraum. Sie schaffen Räume für Bewegung, Gemeinschaft, Mitbestimmung und Persönlichkeitsentwicklung. Sie ermöglichen Kindern neue Erfahrungen und eröffnen insbesondere denjenigen niedrigschwellige Zugänge, die bislang keinen Kontakt zum organisierten Sport hatten.

Damit Sportvereine dauerhaft jedoch starke Partner für den Ganztag sein können, braucht es:

  • verlässliche Kooperationsstrukturen zwischen Schulen, Jugendhilfe und Sportvereinen
  • eine langfristige und auskömmliche Finanzierung
  • Qualifizierung und Unterstützung für die Menschen, die die Angebote vor Ort gestalten
  • die Anerkennung von Sportvereinen als gleichberechtigte Bildungspartner – nicht als günstige Dienstleister

Auch in der Abschlussrunde des Kongresses mit Bundesministerin Karin Prien, Marc Elxnat, Deutscher Städte- und Gemeindebund, und Heike Hofmann, Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales in Hessen, deutlich wurde: Ohne Sportvereine wird die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung kaum gelingen. Genauso klar wurde aber auch: Dieses Engagement kann nicht einfach auf das Ehrenamt abgeladen werden.

Julian Lagemann betonte: „Wenn der organisierte Kinder- und Jugendsport mit seinen Sportvereinen nachhaltige Brücken bauen soll, müssen die tragenden Streben stimmen. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, gemeinsame Verantwortung und passende Rahmenbedingungen für Schulen, Jugendhilfe und Sport. Dann können Jugendhilfe und Schule tatsächlich Hand in Hand gehen. Denn gute Übergänge gelingen dort, wo Kinder verlässliche Beziehungen erleben, Angebote nahtlos aneinander anschließen und alle Beteiligten gemeinsam Verantwortung übernehmen.“
 


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