„Unsere Forderungen für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland“

Quelle: DOJL/Max Mohrland

Die Teilnehmenden des DOJL stellen ihre Wünsche für eine Olympiabewerbung dem Ausschuss für Sport und Ehrenamt vor

Nach den Spielen ist vor den Spielen. Auf Milano Cortina 2026 folgen Los Angeles 2028, French Alps 2030, Brisbane 2032 und Utah 2034 – und mittelfristig Sommerspiele in Deutschland? Das ist der Plan, den der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und seine vier Bewerberregionen Berlin, Hamburg, Köln-Rhein-Ruhr und München für den Zeitraum 2036 bis 2044 anstreben.

Olympische und Paralympische Spiele bieten einen großen Innovationsschub für die Host-Cities und ihre Regionen – das haben nicht zuletzt die Spiele in Paris 2024 bewiesen. Dass die Pariser*innen nach Jahrzehnten der Wasserverschmutzung wieder in der Seine schwimmen können, ist Ergebnis der „Games Wide Open“ in der französischen Hauptstadt.

Doch welche ökologischen, ökonomischen und sozialen Entwicklungen könnten durch eine Olympiabewerbung in Deutschland angestoßen werden? Welche Veränderungen sind nur möglich, wenn die Menschen deutschlandweit – ganz im Sinne der Kampagne „Dafür sein ist alles“ – gemeinsam an einem Strang ziehen? Darüber haben die 16- bis 19-jährigen Teilnehmenden im DOJL diskutiert, Forderungen formuliert und dem Ausschuss für Sport und Ehrenamt mit auf den Weg gegeben. Dabei machten sie deutlich: „Wir fordern, dass Sportdeutschland als Ganzes von einer Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele profitiert“, so Max Mohrland, Teilnehmer des DOJL Milano Cortina 2026. Die Stimme der Jugend ist klar – und der Arbeitsauftrag für die „Legacy“ Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland ebenso.

Die Forderungen der Jugendlichen lassen sich in vier Kategorien gliedern:

Sportinfrastruktur – wir fordern, dass …

  • Sportstätten saniert, ausgebaut und bei Bedarf für die Bevölkerung neu gebaut werden
  • Möglichst viele bestehende Sportstätten für die Wettbewerbe der Olympischen und Paralympischen Spiele genutzt werden
  • Es eine Nachnutzung des Olympischen Dorfes gibt (z. B. günstiger Wohnraum) und temporäre Wohnanlagen geschaffen werden

Sportförderung – wir fordern, dass …

  • Angebote zur Bewegungsförderung für Kinder und Jugendliche geschaffen werden (z. B. Einführung einer täglichen Bewegungsstunde)
  • Nachwuchsleistungssportler*innen gefördert werden
  • Die staatliche Förderung zur Gewinnung und Weiterbildung neuer Trainer*innen sowie weiterer Engagierter verbessert wird

Spiele für Alle – wir fordern, dass …

  • Es einen intensiven Austausch und enge Abstimmung mit der Bevölkerung gibt (z. B. zum Thema Sportstättenbau)
  • Olympische und Paralympische Wettbewerbe sowie Angebote für alle Personen zugänglich sind (vergünstigte Ticketpreise, erschwingliche Unterbringung, günstiger ÖPNV, Barrierefreiheit)

Spiele mit Allen – wir fordern, dass …

  • Die gesamte Bevölkerung – unabhängig von Religion, Hautfarbe, Herkunft oder Geschlecht – mitgedacht wird
  • Die Einhaltung der Menschenrechte beachtet wird
  • Es einen erhöhten Schutz für Bevölkerung, Besucher*innen und die Beteiligten an den Olympischen und Paralympischen Spielen gibt
  • Eine sichere Anreise für alle Personen gewährleistet wird
  • Es Prävention gegen Rassismus, Ausgrenzung und Konkurrenzdenken gibt
  • Es Projekte zur Förderung des Miteinanders gibt (z. B. Schulprojekte zu den olympischen und paralympischen Werten, Projekte internationaler Jugendarbeit zu Olympischen und Paralympischen Spielen)

Wie umfangreich und fundiert die Jugendlichen ihre Forderungen vorbereitet haben, machte auch Aydan Özoğuz, Vorsitzende des Ausschusses für Sport und Ehrenamt, deutlich: „Es war enorm, was die Jugendlichen vorbereitet haben – von der Präsentation über Gespräche an den einzelnen Tischen bis hin zur Übergabe ihres politischen Forderungskatalogs. Sie haben uns buchstäblich ‚gefordert‘ – und das ist auch gut so.“

Weitere Informationen zum Deutschen Olympischen Jugendlager finden sich hier, zur deutschen Olympiabewerbung hier.


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