Quelle: PM Hoffmann

kontakt. - Rechtsextremismus im Sport

Mit dem Projekt kontakt. setzt sich die dsj aktiv gegen ultranationalistische und rechtsextreme Strömungen im Sportumfeld ein

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kontakt. - ultranationalistische und rechtsextreme Bewegungen im Sportumfeld

Logo „Kontakt – Ultranationalistische und rechtsextreme Bewegungen im Sportumfeld“

Mit dem Projekt kontakt. setzt sich die Deutsche Sportjugend (dsj) seit 2025 aktiv gegen ultranationalistische und rechtsextreme Strömungen im Sportumfeld ein. Sport steht für Fairness, Zusammenhalt und Vielfalt. Doch rechtsextreme Gruppen nutzen den Sport gezielt als Ort an dem Ideologien der Ungleichwertigkeit verbreitet werden– auch innerhalb migrantisierter Communities.

kontakt. schafft Aufmerksamkeit für diese Phänomene und will die Lücke von fehlenden Analysen und Handlungsmöglichkeiten schließen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. 

Projektsäulen

Das Projekt “kontakt. - ultranationalistische und rechtsextreme Bewegungen im Sportumfeld” im Bundesprogramm "Demokratie leben!" setzt an folgenden Schwerpunkten an:

Erkennen: Analyse ultranationalistischer Strukturen im Sport

Die dsj arbeitet mit Expert*innen, Wissenschaftler*innen der jeweiligen Fachbereiche zusammen. Jährlich durchgeführte Studien untersuchen zudem die bestehenden Strukturen und Entwicklungen ultranationalistischer Bewegungen im Sport. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für weitere Maßnahmen. 

Aufklären: Sensibilisierung von Sportverbänden und Vereinen

Ein weiteres Ziel ist die regelmäßige Sensibilisierung von Funktionär*innen und Multiplikator*innen aus Verbänden und Vereinen über Workshops und Fachveranstaltungen. Dabei werden praxisnahe Handlungsempfehlungen übermittelt und die Sensibilisierung für das Thema gestärkt.

Vernetzen: Austausch mit Betroffenen und Fachstellen

Ein Netzwerk von Expert*innen fördert den Austausch zwischen Fachstellen, Vereinen und Betroffenen und entwickelt langfristige Strategien gegen Ultranationalismus und Rechtsextremismus im Sport.

Prävention stärken: Junge Menschen für demokratische Werte gewinnen

Ziel des Projekts ist es, junge Menschen (im Sport) zu erreichen und diese nachhaltig für demokratische Werte zu gewinnen. Dabei steht die Förderung der Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme, konstruktive und demokratische Konfliktaustragung und das Eintreten gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit im Mittelpunkt.

Inhaltliche Schwerpunkte

Der organisierte Sport kann ein Ort der Begegnung, Gemeinschaft und Sozialisation sein, der in unserer postmigrantischen Gesellschaft Menschen verschiedenster gesellschaftlicher Hintergründe zusammenbringt. Dies zeigt sich beispielsweise in der großen Vielfalt und langen Tradition migrantischer Sportvereine, die ein wichtiger Teil des organisierten Sports in Deutschland sind. Zugleich ist auch der Sport mit vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, wie rechtsextremen und ultranationalistischen Einstellungen und Handlungen. Diese treten nicht nur in der weiß-deutschen Mehrheitsgesellschaft auf, sondern finden teilweise auch in migrantischen Communities Anklang. Das Projekt kontakt. möchte für die Gefahren sensibilisieren, die von rechtsextremen und ultranationalistischen Positionen im organisierten Sport ausgehen, und diesen Entwicklungen etwas entgegensetzen. 

Im Folgenden werden die bisherigen Programmschwerpunkte vorgestellt:

Kroatischer Rechtsextremismus und Ultranationalismus:
Eine grafische Darstellung mit einem Mann in Sonnenbrille, der energisch eine Faust erhebt. Im Hintergrund sind Kämpfer zu sehen. Ein Schild mit der Aufschrift "Kein Platz für Nazis" und ein weiterer mit "Gibt Gates keine Chance" sind ebenfalls abgebildet. Der Text "Ruhm und Ehre Deutsche Hooligans" ist prominent.
© PM Hoffmann

Im zweiten Jahr (2026) liegt der Fokus auf kroatischem Rechtsextremismus. Dazu wird erneut eine Mapping-Studie von der Syspons GmbH zusammen mit dem Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück in Vertretung durch Privatdozent Dr. Enrico Michelini durchgeführt. Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, wie kroatischer Rechtsextremismus im Sportumfeld in Erscheinung tritt, welche Umwelt- und Sozialisationsfaktoren bei jungen Menschen eine Hinwendung zu rechtsextremen Positionen begünstigen und an welchen Stellen Sportvereine präventiv ansetzen können. Dabei wird insbesondere betrachtet, wie Sportvereine Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit in einem wertebasierten und demokratischen Umfeld stärken können. 

Türkischer Rechtsextremismus und Ultranationalismus:

Im ersten Jahr des Projektes (2025) lag der Fokus auf türkischem Rechtsextremismus und Ultranationalismus im Sport. Neben erfolgreich durchgeführten Workshops, Netzwerktreffen sowie der Sensibilisierung über Öffentlichkeitsarbeit, wurde eine Mapping-Studie in Kooperation mit der Internationalen Hochschule unter der Leitung von Prof. Dr. Kemal Bozay und Prof. Dr. Mehmet Kart durchgeführt.  

Die aktuellen Erkenntnisse dazu zeigen: Sportvereine sind wichtige Räume um Zugehörigkeit zu erleben, können aber zugleich für für rechtsextreme Narrative, Gruppendruck und Ausgrenzung genutzt werden.  

Die Studie konnte bundesweit zahlreiche Sportstrukturen identifizieren, in denen Anknüpfungspunkte an das Umfeld der rechtsextremen Bewegung der „Grauen Wölfe“- erkennbar wurden. Derartige Einflussnahmen treten häufig nicht offen oder organisationsgebunden auf, sondern werden u. a. über Symbole, Sprache, soziale Beziehungen und digitale Räume vermittelt. Umso wichtiger ist eine weitreichende Sensibilisierung der Regelstrukturen des organisierten Sports für relevante Symboliken und potenzielle Einflussnahmen, um frühzeitig intervenieren zu können.  

Die aus der Mapping-Studie entstandene Handreichung ist im dsj-Shop zu finden.

Um Rechtsextremismus und Ultranationalismus im Sport keinen Raum zu geben, sind starke Netzwerke gefragt. Der offene Austausch und neue Impulse tragen dazu bei, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, um einen Beitrag zur Demokratiestärkung zu leisten.

Weitere Infos zum Bundesprogramm Demokratie leben!

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