Quelle: dsj/ Giulia Iannicelli

Vollversammlung der dsj: Kinder- und Jugendsport zwischen Spaß und Leistung

Unter dem Motto „Bewegen, stärken, entwickeln“ diskutiert die dsj die Zukunft des Kinder- und Jugendsports

Wie kann der Kinder- und Jugendsport junge Menschen stärken, ihre Leistung und Entwicklung fördern und zugleich Freude an Bewegung vermitteln? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Vollversammlung der Deutschen Sportjugend (dsj), die am 24. und 25. Oktober in Nürnberg stattfand. Unter dem Motto „Bewegen, stärken, entwickeln. Kinder- und Jugendsport zwischen Spaß und Leistung.“ kamen rund 250 Delegierte aus den Mitgliedsorganisationen zusammen, um sportpolitische Herausforderungen zu diskutieren, über Anträge zu entscheiden und einen neuen Vorstand für die Wahlperiode 2026 bis 2030 zu wählen.

Die Vollversammlung bot Raum für den Austausch zwischen organisiertem Sport, Politik und jungen Engagierten. Im Rahmen des Bayerischen Festabends, der in Kooperation mit der Bayerischen Sportjugend stattfand, war Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates Bayern, anwesend. Zu den politischen Gästen zählte zudem der bayerische Staatsminister des Innern, für Sport und Integration Joachim Herrmann. Die Grußworte und Gespräche unterstrichen die Bedeutung des organisierten Sports für das Aufwachsen junger Menschen und die Notwendigkeit verlässlicher Rahmenbedingungen für Bewegung, Spiel und Sport.

Kinder- und Jugendsport zwischen Spaß und Leistung

Wie lassen sich Freude an Bewegung, persönliche Entwicklung und sportliche Leistung miteinander verbinden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Talks zum Motto. Clara Hegemann, Athletin der LG Stadtwerke München und U20-Weltmeisterin im Hammerwurf 2026, Dr. Babette Kibele, Abteilungsleiterin Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt, Michael Weiß, Vorsitzender der Bayerischen Sportjugend, und Tina Winklmann, Mitglied des Deutschen Bundestags für Bündnis 90/Die Grünen, diskutierten unter der Moderation von Yara Willems, Pressesprecherin der dsj, über die Bedeutung des Sports für junge Menschen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie es gelingen kann, mehr Kinder und Jugendliche für Sport und Bewegung zu begeistern und ihnen langfristig gute Bedingungen für ihre sportliche und persönliche Entwicklung zu bieten. Mit Blick auf die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland wurde deutlich: Generation Olympia umfasst weit mehr als die Athlet*innen, die am Ende Medaillen gewinnen. Gemeint ist eine ganze Generation, die sich durch die Begeisterung für die Spiele wieder stärker für Sport interessiert, selbst aktiv wird und die Bewegungskultur in Deutschland mitprägt. Eine Olympiabewerbung bietet die Chance, diese Begeisterung über den Spitzensport hinaus in die Gesellschaft zu tragen und nachhaltige Impulse für den Kinder- und Jugendsport zu setzen.

Delegierte entscheiden über zentrale Weichenstellungen

Neben den inhaltlichen Diskussionen und der Wahl des ehrenamtlichen Vorstands, der zukünftig von Dominic Ullrich geführt wird, standen wichtige formelle Entscheidungen auf der Tagesordnung. Die Delegierten nahmen den Bericht des Gesamtvorstands entgegen, stimmten der Jahresrechnung 2025 zu und entlasteten den Vorstand. Darüber hinaus beschlossen sie mehrere Änderungen der dsj-Jugendordnung.

Die Beschlüsse umfassen die Weiterentwicklung des Vorstandsmodells, die Verlängerung der ehrenamtlichen Wahlperiode von zwei auf vier Jahre sowie eine Begrenzung der Amtszeiten. Zudem wurden die Regelungen für die Vollversammlung und den Hauptausschuss angepasst. Mit der Aufnahme des Safe Sport Code des Deutschen Olympischen Sportbundes und der dsj in die Jugendordnung wird der Schutz von Kindern und Jugendlichen als verbindlicher Bestandteil der Verbandsstrukturen weiter gestärkt.

Paul Rathke, Vorsitzender Landessportjugend Sachsen-Anhalt, Christin Wunderlich, Ressortleiterin Landessportjugend Sachsen-Anhalt und Benny Folkmann, Vorstandsmitglied Deutsche Sportjugend, nutzen den Rahmen der Vollversammlung am Samstag für ein Statement zur politischen Situation in Sachsen-Anhalt und riefen zum Zusammenhalt auf.

Jugendperspektiven für die Olympiabewerbung

Der zweite Veranstaltungstag rückte die Perspektiven der Jugendorganisationen auf eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland in den Mittelpunkt. Vor dem Hintergrund der Entscheidung für München als deutschen Kandidaten für eine Bewerbung um die Spiele 2036, 2040 oder 2044 diskutierten die Jugendorganisationen, welche Anliegen und Erwartungen junge Menschen mit der Bewerbung verbinden.

Die drei Jugendorganisationen aus NRW, Berlin und Hamburg, aus deren Regionen ebenfalls Bewerbungskonzepte vorliegen, brachten aus ihren Konzepten die wichtigsten Punkte zur Jugendbeteiligung ein. Im Mittelpunkt standen die Chancen für den Kinder- und Jugendsport, bessere Bedingungen für Bewegung und Sport im Alltag sowie eine verbindliche Beteiligung junger Menschen an der Planung und Umsetzung. Sie übergaben damit der Bayerischen Sportjugend symbolisch den Auftrag für ihre Ideen und Ansätze im weiteren Prozesse für eine gesamtdeutsche Bewerbung einzustehen.

Wirtschaftsplan und Ausblick

Zum Abschluss beschlossen die Delegierten den Wirtschaftsplan für das Jahr 2027 mit einem Gesamtvolumen von 19,7 Mio. Euro. Die Vollversammlung in Nürnberg hat damit sowohl organisatorische Grundlagen für die kommende Wahlperiode geschaffen als auch inhaltliche Impulse für die Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendsports gesetzt. Sie wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Kinder und Jugendliche gute Bedingungen für Bewegung, Spiel und Sport vorfinden, ihre Interessen politisch vertreten werden und sie die Zukunft des Sports aktiv mitgestalten können.


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