Weitere Unterstützung für ressortübergreifenden Ansatz zum Kinder- und Jugendsport

Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) fasst Beschluss

Aufwachsen mit Bewegung, Spiel und Sport ist wichtig – für Gesundheit, Bildung, Teilhabe und Gemeinschaft sowie für sportliche Leistungsperspektiven. Genau deshalb braucht es mehr als einzelne gute Projekte. Es braucht ein gemeinsames Handeln von Sport, Jugendhilfe, Bildung, Gesundheit und Kommunen. Mit den ressortübergreifenden Handlungsempfehlungen „Sport und Bewegung für alle Kinder und Jugendlichen“ ist dafür seit 2024 ein wichtiger Prozess in Gang gekommen.  

Mit der Einrichtung der sog. Kooperationsplattform „Kinder- und Jugendsport“ unter Beteiligung von Deutscher Sportjugend (dsj), Sportministerkonferenz (SMK), Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK), Gesundheitsministerkonferenz (GMK), Bildungsministerkonferenz (BMK), kommunalen Spitzenverbänden wurde ein Raum geschaffen, in dem die Belange von Kindern und Jugendlichen nicht mehr nur aus einer Ressortperspektive betrachtet werden. Ziel ist es, vorhandene Erkenntnisse zu bündeln und gemeinsam Wege zu finden, wie Sport und Bewegung niedrigschwellig, verlässlich und lebensweltnah gestärkt werden können.

Sport und Bewegung für alle Kinder und Jugendlichen – Handlungsempfehlungen zum Ausbau niedrigschwelliger Sport- und Bewegungsangebote
Aus dieser Zusammenarbeit sind 2025 die Handlungsempfehlungen „Sport und Bewegung für alle Kinder und Jugendlichen – Handlungsempfehlungen zum Ausbau niedrigschwelliger Sport- und Bewegungsangebote“ entstanden. Sie führen zentrale Ergebnisse aus verschiedenen Arbeitsprozessen zusammen, darunter der Vierte Deutsche Kinder- und Jugendsportbericht, der Entwicklungsplan Sport sowie das Konsenspapier des Runden Tischs Bewegung und Gesundheit (BMG).

Inhaltlich machen die Empfehlungen deutlich: Kinder und Jugendliche brauchen Bewegung, Spiel und Sport in allen Lebenswelten. Dazu gehören bewegungsfreundliche Kindertageseinrichtungen, ausreichend Sport und Bewegung in der Schule, tägliche Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote im Ganztag, offene und frei zugängliche Sportarrangements sowie bewegungsfreundliche Lebenswelten im direkten Umfeld. Bewegung soll nicht vom Wohnort, vom Geldbeutel oder von einzelnen engagierten Personen abhängen. Sie muss dort möglich sein, wo Kinder und Jugendliche leben, lernen, spielen und sich begegnen.

Beschluss der Sportministerkonferenz (SMK)
Die Sportministerkonferenz hat im Oktober 2025 einen Beschluss zu den  Handlungsempfehlungen zum Ausbau niedrigschwelliger Sport- und Bewegungsangebote gefasst, diesen stark mit Zielen einer Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele verknüpft und damit ein starkes Zeichen gesetzt.  

Resolution der Deutschen Sportjugend (dsj)
Die Deutsche Sportjugend hat ihrerseits diesen Weg mit einer Resolution ihres Hauptausschusses ebenso im Oktober 2025 ausdrücklich unterstützt.  

Beschluss des Deutschen Städtetag (DST)
Auch der Deutsche Städtetag hat in diesem Zusammenhang einen Beschluss zur Stärkung des Kinder- und Jugendsports gefasst und die Bedeutung der kommunalen Ebene betont. Denn vor Ort entscheidet sich, ob aus politischen Beschlüssen tatsächlich mehr Bewegungsräume, bessere Kooperationen und niedrigschwellige Angebote entstehen.

Neu im Juli 2026: Beschluss der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK)
Erfreulich ist nun auch der Beschluss der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) vom Juli 2026. Die JFMK nimmt die Handlungsempfehlungen als gute Grundlage auf und unterstützt die weitere Arbeit an Strategiepapieren zur Förderung des Kinder- und Jugendsports über o.g. Gremium, der Kooperationsplattform „Kinder- und Jugendsport“. Damit wird deutlich: Bewegungsförderung ist nicht allein Aufgabe des Sports. Sie gehört auch in die Jugend- und Familienpolitik – und damit mitten hinein in die Frage, wie gutes Aufwachsen heute gelingen kann.

Das ist ein wichtiger Fortschritt, weil sich mehrere Ressorts auf ein gemeinsames Ziel verständigen. Kinder und Jugendliche sollen mehr Chancen auf Bewegung, Spiel und Sport bekommen – unabhängig von Herkunft, Behinderung, sozialer Lage oder Wohnort. Diese ressortübergreifende Verständigung ist mehr als ein formaler Schritt. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass die großen Herausforderungen wirklich angegangen werden können: Bewegungsmangel, ungleiche Zugänge, fehlende Räume, knappe kommunale Ressourcen und zu wenig verlässliche Kooperation zwischen den Systemen.

Nun müssen Beschlüsse in Umsetzung kommen: mit konkreten Maßnahmen, klaren Zuständigkeiten, Beteiligung junger Menschen, verlässlicher Finanzierung und guten Rahmenbedingungen für Sportvereine, Sportjugenden, Schulen, Kitas, Jugendhilfe und Kommunen. Aus Handlungsempfehlungen muss Handeln werden. Aus gemeinsamen Zielen müssen sichtbare Veränderungen entstehen.  

Positionierung der Gesundheitsministerkonferenz wichtiger nächster Schritt
Dafür braucht es auch die Gesundheitsministerkonferenz. Bewegung ist ein zentraler Beitrag zu gesundem Aufwachsen – körperlich, mental und sozial. Deshalb wäre ein Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz im Jahr 2027 ein wichtiger nächster Schritt, um Handlungsempfehlungen noch breiter zu verankern und die Gesundheitsdimension von Sport und Bewegung konsequent mitzudenken.

Aktueller SMK-Prozess zu Eckpunkten für einen Nationalen Aktionsplan zur Förderung des Kinder- und Jugendsports schließt an
Der aktuelle SMK-Erarbeitungsprozess zum Nationalen Aktionsplan zur Förderung des Kinder- und Jugendsports schließt sich an den oben beschriebenen Arbeiten an und ist weiter dem SMK-Vorsitz des Landes Baden-Württemberg zugeordnet. Eine Beschlussfassung zu entsprechenden Eckpunkten plant die SMK im Herbst 2026. Sie hat sich für den Nationalen Aktionsplan auf folgende ausgewählte Handlungsfelder festgelegt:  

  1. Tägliche Bewegungsstunde - Förderung täglicher Bewegungszeit gemäß WHO-Empfehlung
  2. Sicherstellung grundlegender Schwimmfähigkeiten für jedes Kind
  3. Stärkung der Beratung von Eltern und Erziehungsberechtigten zur Bedeutung von Sport, Spiel und Bewegung für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
  4. Weiterentwicklung eines Monitorings der motorischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
  5. Systematische Talenterkennung und breite, sportartübergreifende Talententwicklung 

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