Internationale Jugendarbeit im Sport

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Aufgaben der dsj in der Internationalen Jugendarbeit

Internationale Jugendbegegnungen helfen bei der Bildung von interkultureller und sozialer Kompetenz, Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein und bei der Bildung einer eigenen Identität. Was nach dem zweiten Weltkrieg im Zeichen der Aussöhnung und der Friedenssicherung begann, ist längst zu einem wichtigen Bereich der informellen Bildung von Kindern und Jugendlichen geworden.

Internationale Jugendarbeit im Sport profitiert dabei besonders von zwei Aspekten: der Universalität von Spaß an Spiel und Bewegung und der Niedrigschwelligkeit des Sports. Erste Kontakte zwischen Kindern und Jugendlichen in internationalen Begegnungen sind auch ohne den Einsatz von Sprache schnell hergestellt. Für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe im Sport bietet der internationale Austausch die Möglichkeit, sich mit Experten anderer Länder auszutauschen und zu vernetzen, deren Arbeitsansätze kennenzulernen und dabei auch die eigene Arbeit aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Aufgaben der dsj in der Internationalen Jugendarbeit

Die Deutsche Sportjugend ist auf verschiedenen Ebenen für ihre Mitgliedsorganisationen aktiv. Neben den Bereichen Beratung und Betreuung von internationalen Austauschmaßnahmen und der Beteiligung an deutschen und europäischen Diskursen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit im und durch Sport, unterhält die dsj zudem direkte Kooperationen mit Partnerorganisationen verschiedenster Länder.

Grundlage für das internationale Engagement der Deutschen Sportjugend stellt die Konzeption „Internationale Jugendarbeit im Sport“ dar. In der Konzeption wird das Selbstverständnis der dsj als Dachorganisation des Kinder- und Jugendsports im internationalen Kontext beschrieben. Weiterhin sind die Ziele sowie die strategischen Bausteine und Maßnahmen der internationalen Jugendarbeit im Sport dargestellt.

Durch internationale Jugendaustausche wird europäische Identität gestärkt

Kiki Hasenpusch bei europäischer Konferenz zum Thema „Sport als Instrument der EU-Entwicklungspolitik”

Der Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft ist eine wechselnde Aufgabe der europäischen Mitgliedsstaaten. Von Deutschland übernommen, liegt der Vorsitz aktuell bei Portugal. Hat ein Mitgliedsstaat die EU-Präsidentschaft inne, muss er dafür sorgen, dass die Arbeit des Rates systematisch vorangeht und Entscheidungen gefällt werden. Portugal hat die Ratspräsidentschaft unter das Motto “Time to deliver: a fair, green and digital recovery” gestellt und eine Priorität dabei auf Sport Diplomatie und Sport Innovationen gelegt. Im Rahmen dieser fand am 3. und 4 Juni die Präsidentschaftskonferenz „Can sport diplomacy contribute to building a stronger Europe in the world?” in Lissabon statt.  

Die Konferenz zielte darauf ab, die Bedeutung des Sports für internationale Beziehungen hervorzuheben und dabei insbesondere auf die Förderung von Frieden, den Abbau kultureller Barrieren und die Förderung der sektorübergreifenden Dimension des Sports einzugehen. Mit der Erörterung dieses Themas beabsichtigt die Präsidentschaft, die wirtschaftlichen, diplomatischen, politischen und sozialen Beziehungen der Europäischen Union zu Drittstaaten zu stärken. 

Kirsten Hasenpusch, dsj Vorstandsmitglied, hat an der Diskussion zum Thema „Sport als Instrument der EU-Entwicklungspolitik“ im Rahmen der Konferenz teilgenommen. Dabei ging es darum, die Rolle des Sports im Kontext der EU-Entwicklungspolitik hervorzuheben und das Potenzial des Sports in der Nachbarschafts- und Entwicklungspolitik zu nutzen.  

Kiki:  Dass wir als Deutsche Sportjugend eingeladen wurden mitzureden und unsere Erfahrungen zu teilen, ist eine große Ehre und wertschätzend zugleich. Es zeigt, dass wir als Organisation mit unseren Programmen international wahrgenommen und geachtet werden. 

Sie war eingeladen, über die Kooperation der dsj mit der Japanischen Sportjugend zu sprechen und dabei auf die ‚Auswirkungen und Benefits für Europa einzugehen.  

Kiki: Junge Menschen, die an einem Austausch teilnehmen, verlassen ihre Komfortzone. Sie schauen über den Tellerrand und lassen sich auf eine ganz andere und meist neue Kultur ein. Durch das vielseitige Programm erhalten sie Einblicke in die Gesellschaft, erleben Alltag und Familienleben hautnah. Der Sport begleitet sie dabei als verbindendes und vor allem niedrigschwelliges Element. Durch und mit Sport werden Barrieren abgebaut, Zugänge ermöglicht und die Begegnung erleichtert. Interkulturelles Lernen bedeutet nicht nur etwas über andere Kulturen zu lernen, sondern auch über die eigene Kultur, das eigene Land und dessen Werte. Es geht um Identifikation. Viele junge Menschen gehen als deutsche Bürger*innen ins Ausland und kommen als Europäer*innen zurück, da sie weiter denken als zuvor, offener sind und reflektieren. 

Im Vordergrund stand die Frage, was hierbei die Vorteile für beide Länder sind?   

Kiki:  Der Austausch trägt zur interkulturellen Jugendbildung und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern bei. Er sensibilisiert junge Menschen bezüglich Vielfalt und Diversität. Er schafft Offenheit für bislang Unbekanntes und ermöglicht differenzierte Blickwinkel. Durch den Austausch sind nicht nur unzählige Freundschaften zwischen Menschen aus zwei fernen Ländern entstanden, sondern auch zahlreiche weitere Austauschprogramme auf anderen Ebenen. Letztlich schafft ein internationaler Austausch immer einen Dialog und Zugänge. 

Insbesondere wurde die Frage diskutiert, wie Sportdiplomatie dazu beitragen kann, ein stärkeres Europa in der Welt zu schaffen. Daher schloss sich die Frage an, inwieweit trägt ein solcher Austausch zum Aufbau eines stärkeren Europas in der Welt bei? 

Kiki: Die Werte des Sports, wie bspw. Freiheit, Demokratie, Solidarität und Freundschaft, sind auch Werte Europas. Durch die Wertevermittlung durch und mit Sport, werden also gleichzeitig die Werte Europas in die Welt getragen. Europa profitiert davon, dass junge Menschen ihren Horizont erweitern, Perspektiven wechseln und Verständnis für “das Unbekannte” gewinnen. Es geht letztlich um den Dialog zwischen Ländern und Menschen. Wenn wir es schaffen, Vielfalt als Stärke zu nutzen und Verständnis füreinander zu erlangen, dann gelingt es, die Werte Europas und des Sports in die Welt zu tragen, dann gewinnen wir alle.  

Die Highlights des zweiten Konferenztages sind als Video veröffentlicht worden. 

 


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Europäisierung der Kinder- und Jugendarbeit im Sport

Die Deutsche Sportjugend gestaltet europäische Politik mit. Denn nicht nur im Großen, in Politik und Wirtschaft, sondern auch in den Lebensumständen vieler junger Menschen ist europäische Integration und Mobilität in Europa bereits Realität und Anforderung zugleich. Und es ist wichtig, sich dafür einzusetzen, dass insbesondere die europäische Jugend- und Sportpolitik die Bedürfnisse und Lebensumstände junger Menschen nicht aus dem Blick verliert.

Über die Einbindung der Deutschen Sportjugend in der Europäischen Sportjugend ENGSO Youth (European Non-Governmental Sport Organisation Youth) werden Themen wie Jugendbeteiligung, Bewegungförderung und Sport im Alltag, Inklusion oder Nachhaltigkeit im Sport mit europäischen Partner*innen und Politiker*innen bearbeitet.

Die Deutsche Sportjugend bringt sich außerdem durch Projekte im Rahmen des EU-Bildungsprogramms ERASMUS+ vor allem im Programmbereich Sports mit Themen der Kinder und Jugendarbeit im Sport in die europäische Fachdiskussion ein.

Das EU-Programm Erasmus+ für Bildung, Jugend und Sport ist eines für den Kinder- und Jugendsport relevantes Förderprogramm für die europaweite Zusammenarbeit. In diesem können interessierte Organisationen Förderung in den Programmbereichen Hochschulbildung, Schulische Bildung, Berufliche Bildung, Erwachsenenbildung, JUGEND IN AKTION sowie Sport beantragen. Die Webseite www.erasmusplus.de verlinkt zu den jeweils aktuellen Regelungen der aktuellen Programmgeneration 2021 bis 2027.

Die europäische Sportjugend

Logo der ENGSO Youth

Als Jugendorganisation des Dachverbandes der Europäischen Nichtregierungs­sport­organisationen (ENGSO) liegt der thematische Schwerpunkt der Arbeit der ENGSO Jugend besonders in den Bereichen Erziehung durch Sport, Partizipation von jungen Menschen und Gesundheitsförderung im europäischen Kontext.

Durch ihre Beteiligung an der Arbeit des Europäischen Jugendforum oder an Eurochild, einem europäischen Netzwerk zur Vertretung der Rechte von Kindern, strahlt die ENGSO Jugend in den politischen Raum und hat sich etwa durch die Partnerschaften in den EU-Projekten fachlich in der europäischen Jugendarbeit positioniert.

Die dsj ist förderndes Mitglied der ENGSO Jugend und auch im ENGSO Jugendkomitee, dem Vorstandsgremium vertreten. Mehr Informationen zur ENGSO Jugend unter http://www.youth-sport.net

Entwicklungszusammenarbeit durch Sport

Die Zeiten der klassischen Entwicklungshilfe sind vorbei. Aus Geben und Nehmen wird voneinander lernen, aus einseitiger Abhängigkeit wird ein Miteinander, aus Bürgern zweier Klassen werden Weltbürger. Sport hat dabei gewaltige Potenziale. Sport setzt - wie kaum eine andere Aktivität - Kräfte und Energien frei. Über sprachliche und kulturelle Barrieren, Bildungs-, Alters- und Geschlechterunterschiede hinweg vermag er Menschen anzusprechen und Gemeinschaft zu fördern. Sport schafft Möglichkeiten, auf anschauliche Art und Weise Kompetenzen zu vermitteln, Differenzen zu überwinden und Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft zu entwickeln.

Sportvereine stellen einen wichtigen Lernort für Kinder und Jugendliche dar, in dem sie ihre Persönlichkeit entwickeln und zu mündigen Menschen mit demokratischem Wertebewusstsein heranwachsen können. Freiwilliges und ehrenamtliches Engagement, Teamgeist, Fairplay, Zielstrebigkeit, Körper- und Umweltbewusstsein – dies sind einige der Werte, die im Sport von großer Bedeutung sind, optimal mit dem Sport verbunden werden können und auch in der Entwicklungszusammenarbeit wiederzufinden sind.

Die Kraft des Sports wird auch von vielen internationalen Organisationen erkannt und in ihren Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit integriert. So ist Sport unter anderem als Grundrecht in der Internationalen Charta für Leibeserziehung und Sport der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO, Artikel 1) und in der UN-Kinderrechtskonvention (Artikel 31) aufgeführt. 

Seit 1967 engagiert sich die dsj im Kontext der deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit in unterschiedlichen Feldern, wie z.B. der Aus- und Fortbildung von Jugendleiter*innen im Sport, einzelnen Projekten, wie dem Aufbau einer Fahrradwerkstatt oder der Organisation von Fachkräfteaustauschen. Heute ist die Entwicklungszusammenarbeit fester Bestandteil der Internationalen Jugendarbeit im Sport und fokussiert sich besonders auf die Möglichkeiten, als non-formaler Bildungsträger die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt zu stärken und nachhaltige Entwicklung zu fördern. Dabei spielt insbesondere die Auseinandersetzung mit den SDG eine bedeutende Rolle. In der Methodensammlung “Jugend bewegt Zukunft” wird erläutert, wie jugendpolitische Bildungsarbeit rund um die SDG im sportlichen Kontext aussehen kann. 

Publikationen

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International - Olympisch - Fair

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Abschlussbericht 43. deutsch-japanischer Sportjugend-Simultansaustausch

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Flyer Sportive – Sportjugendarbeit International – Vielfalt erleben

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Flyer Internationaler Jugendaustausch im Sport

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Konzeption Internationale Jugendarbeit im Sport

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Japan Gastfamilienfibel

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Deutsch-japanischer Fach- und Führungskräfteaustausch 2017

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Abschlussbericht 44. Deutsch-Japanischer Sportjugend-Simultanaustausch

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Abschlussbericht 45. Deutsch-Japanischer Sportjugend-Simultanaustausch

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Der deutsch-japanische Sportjugend-Simultanaustausch - Evaluation 2013-2016

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Deutsch-japanischer Fach- und Führungskräfteaustausch 2018

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Deutsch-japanischer Sportjugend-Simultanaustausch - Infos zum Regionalprogramm

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Bewegte Sprachanimation / deutsch-französische Version

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Bewegte Sprachanimation / deutsch-englische Version

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Bewegte Sprachanimation / deutsch-polnische Version

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Abschlussbericht 2019 - dt.-jap. Fach- und Führungskräfteaustausch

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Bewegte Sprachanimation / deutsch-russische Version

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Methodensammlung „Jugend bewegt Zukunft“ - für internationale Jugendbegegnungen im Sinne der nachhaltigen Entwicklungsziele

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Abschlussbericht zum digitalen 48. dt.-jap. Sportjugend-Simultanaustausch

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Bewegte Sprachanimation / deutsch-ukrainische Version

Sportliche Sprachspiele – Eine Methodensammlung für internationale Begegnungen im Sport

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