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Safe Sport – Ein Handlungsleitfaden zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Grenzverletzungen, sexualisierter Belästigung und Gewalt im Sport

Sportvereine in Deutschland verzeichnen rund 7,3 Millionen Mitgliedschaften von Kindern und
Jugendlichen. Sie gehören zu den wichtigsten Orten für Freizeitaktivitäten von Heranwachsenden.
Dadurch leisten die Vereine unumstritten einen wertvollen Beitrag, denn Sporttreiben kann nicht nur
die körperliche Gesundheit, sondern auch das Wohlbefinden in psychischer und sozialer Hinsicht
stärken. Diese positiven Wirkungen des Sports entfalten sich jedoch nicht ohne weiteres. Es ist die
Aufgabe der Sportvereine und der Personen, die sich in ihnen engagieren, die Unversehrtheit von
Kindern und Jugendlichen zu schützen und ihr Heranwachsen im Sport kinder- und jugendgerecht
zu gestalten.

Die Nähe und engen Beziehungen, die im Sport entstehen, bergen mitunter auch Risiken und können
missbraucht werden. Es ist für junge Menschen schwierig, über Missbrauchs- und Gewalterfahrungen
im Sport zu reden und diese aufzudecken – wie das eingangs formulierte Zitat zeigt.
Sportvereine stehen daher in der Verantwortung, aktiv zum Schutz von Kindern und Jugendlichen
beizutragen. Zu diesem Schutzgedanken gehört es auch, jeglicher Gewalt gegen Kinder und
Jugendliche entgegenzutreten – egal, ob körperlicher, psychischer oder sexualisierter Art.2
Die Deutsche Sportjugend (dsj) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verurteilen jede
Form von Gewalt und Machtmissbrauch gegen Kinder, Jugendliche und Erwachsene3 aufs Schärfste
und setzen sich dafür ein, dass Fälle sexualisierter Gewalt aufgeklärt und konkrete präventive
Maßnahmen umgesetzt werden. Diese Ziele wurden 2010 in einem Beschluss des DOSB und seiner
Mitgliedsorganisationen erstmals schriftlich festgehalten (sogenannte „Münchener Erklärung“)4
und im Jahr 2018 durch neue Beschlüsse bekräftigt.

Die vorliegende Broschüre richtet sich an Sportvereine und behandelt insbesondere die Prävention
von sowie die Intervention bei sexualisierter Gewalt. Sie verfolgt den Anspruch, den Ansprech-
personen für die Prävention von sexualisierter Gewalt und den Verantwortlichen im Sportverein
– sowohl im Vorstand oder in der Geschäftsstelle als auch im Trainings- und Übungsbetrieb –
mehr Handlungssicherheit in Bezug auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu geben.
Sie gliedert sich in drei Abschnitte: Kapitel 1 liefert Hintergrundinformationen, die in die Thematik
einführen. Anschließend werden Empfehlungen sowohl zur Prävention von sexualisierter Gewalt
(Kapitel 2) als auch zur Intervention bei konkreten Vorfällen (Kapitel 3) formuliert.

Es handelt sich bei dieser Fachpublikation um eine Weiterentwicklung des 2011 herausgegebenen
kommentierten Handlungsleitfadens für Sportvereine. Sie wurde unter Mitarbeit von
Expert*innen aus der Sportpraxis entwickelt und stützt sich auf die neusten wissenschaftlichen
Erkenntnisse zum Themenfeld, die im Rahmen der Forschungsprojekte »Safe Sport« und VOICE6
unter Federführung der Deutschen Sporthochschule Köln ermittelt wurden. Aktuelle gesellschaftliche
Entwicklungen (z. B. digitale Medien, Migration) und weitere Themenfelder, auf die
neuere Forschungsarbeiten aufmerksam gemacht haben (z. B. Peer-Gewalt), sind ebenfalls in die
Aktualisierung des Leitfadens mit eingeflossen.

Das übergeordnete Ziel des nun vorliegenden Handlungsleitfadens ist die Entwicklung einer
„Kultur des Hinsehens und der Beteiligung“ in den Sportvereinen.

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